Abmahnwelle bei AFP

Die Agentur ahndet illegale Nutzungen von Texten

 

Der deutsche Ableger der weltweit agierenden Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP) wehrt sich zurzeit gegen einen immer weiter um sich greifenden Textklau. Tausende Abmahnungen sollen angeblich an Websitebetreiber unterwegs sein, die AFP Texte per Copy und Paiste genutzt haben ohne dafür zu zahlen. In einer beispiellosen Maßnahme hat der Nachrichtenlieferant nach illegal verwendeten Texten suchen lassen, und geht jetzt dagegen massenweise vor.
Alle Angeschriebenen werden aufgefordert AFP-Texte nicht mehr zu verwenden. Hauptadressaten seien vor allem Portale mit kommerziellem Hintergrund, die mit saftigen Rechnungen für die Urheberrechtsverletzungen zu rechnen haben. Pädagogen und privaten Bloggern wolle man auf den Wert professioneller journalistischer Texte hinweisen.
Solcher Textdiebstahl, der bislang eher zufällig entdeckt wurde, ist auf elektronischem Wege heute systematisch erfassbar. Für AFP spürt die Hamburger Firma Textguard Verstöße gegen das Urheberrecht im Internet auf. Dabei stießen sie auf eklatante Fälle. Nicht nur dass Werbeportale sich kostenlos an fremden Inhalten bedienen, es gab auch mehrere Beispiele, in denen hunderte Texte über Jahre hinweg regelmäßig geklaut wurden. Pseudoautoren veröffentlichten AFP-Texte sogar unter ihrem eigenen Namen. Auch AFP-Kunden gingen illegale Wege: Verlage nutzten Textmaterial anderweitig und über das vereinbarte Maß hinaus.
Auch andere Nachrichtenagenturen – wie Associated Press – überlegen, wie sie Raubkopierern im Netz Einhalt gebieten können. Marktführer dpa, hat bereits ebenfalls begonnen, Textklau zu ahnden – auch wenn sie keine Massenmailings initiiert haben.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in