BILD sucht Hirnaktivitäten seiner Leser
Das Blatt schickt Probanden in die Kernspin-Röhre
Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben will einige seiner Leser durchleuchten lassen. Genauer gesagt: Hirnforscher sollen sie in die Röhre eines funktionellen Kernspin schieben, um die Aktivitäten ihres Gehirns aufzuzeichnen, während die Leser sich mit BILD beschäftigen. Das Blatt möchte wissen „was sie denken, wenn sie BILD lesen. Was fühlen Sie, wenn Sie die großen Fotos in BILD anschauen?“
Abgesehen davon, dass einige Spötter meinen, dass bei der BILD-Lektüre wohl kaum Hirnaktivitäten der Probanden zu erwarten seien, scheint ein Flop vorprogrammiert zu sein. BILD formuliert Erwartungen, die wohl kaum zu erfüllen sind. Denn was genau Leser beim Betrachten von Bildern denken, können auch die neuesten Geräte nicht analysieren. Zwar zeichnen sich – je nach Aktivität – die Hirnbereiche in unterschiedlichen Farben ab, doch allein die Intensität lässt noch nicht darauf schließen, womit sich das Hirn konkret beschäftigt. Das ist dann Interpretationssache. Aber damit hatte die Redaktion ja noch nie Probleme.
Eingestellt von Manfred Scharnberg in

