Bilderflut aus dem Iran

10.000 Handyfotos und Filme von den Protesten pro Tag

 

Es ist ein regelrechter Kampf der Bilder. Nachdem ausländische Medien zum Großteil aus dem Iran ausgewiesen wurden, füllen Privatleute mit einer Flut von Bildern die Informationslücke. Iranische Demonstranten schicken Tausende Videos an das persische Programm des britischen Senders BBC – ein Kanal der immer mehr zum Widerstandsmedium wird.

„Uns erreichen sieben Videos pro Minute", berichtet Amir Azimi, Chefplaner des persischen BBC-Programms gegenüber der Financial Times Deutschland. Das sind 10.080 pro Tag. Trotz der Abschaltung des Mobilfunknetzes und den Einschränkungen etlicher Internetseiten kommen die Bilder außer Landes. Auch Internetplattformen wie Youtube, Twitter und Flickr dienen der Protestbewegungen als Forum, haben die Machtverhältnisse ein wenig verändert.

Auf die Frage, wie verläßlich solche Informationen seien, antwortete Astrid Frohloff, Mitglied im Vorstand von Reporter ohne Grenzen, gegenüber dem Tagesspiegel: „Wir Journalisten müssen uns darüber im Klaren sein, dass solche Internetplattformen gerade in Krisenzeiten von jedermann für eigene politische Zwecke genutzt und mitunter auch missbraucht werden können. Andererseits: Nur so haben wir momentan die Möglichkeit, uns trotz der Zensur ein Bild von der Lage im Iran zu machen."


Eingestellt von Manfred Scharnberg in