Die Pressefreiheit hinter Gittern
Aktion und Fotobuch von Reporter ohne Grenzen
In über 30 Ländern ist die Pressefreiheit nur zwei mal drei Meter groß“ steht auf einer Gefängniszelle auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit macht Reporter ohne Grenzen (ROG) am 3. Mai damit auf die weltweit inhaftierten Journalisten aufmerksam. „130 Berichterstatter sind weltweit hinter Gittern, weil sie uns informieren wollten“, beklagt die Menschenrechtsorganisation.
ROG Aktion zum Tag der Pressefreiheit in Berlin © Reporter ohne Grenzen
Das weltweit größte Gefängnis für Journalisten ist China mit 31 Inhaftierten. „Peking muss 100 Tage vor Olympia endlich sein Versprechen einlösen, die Menschenrechtslage zu verbessern“, so ROG. Neben China sperren auch Kuba (23), Eritrea (16), Birma (8) und der Iran (8) zahlreiche Journalisten ein. 2008 wurden bislang neun Journalisten ermordet.
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht auch die neue Liste der „Größten Feinde der Pressefreiheit“. Zu ihnen zählen etwa Alexander Lukaschenko (Weißrussland), Robert Mugabe (Simbabwe) und die ETA in Spanien. Die Liste ist unter www.rsf.org abrufbar.
Ebenfalls zum 3. Mai erschien der diesjährige Band aus der Reihe „Fotos für die Pressefreiheit“ mit der Fotografen alljährlich ROG unterstützen. „Nahtstellen“ heißt der Band mit Bildserien von zehn Fotografen und Fotografinnen. Schwerpunkt: Osteuropa und Zentralasien. „Die Fotografinnen und Fotografen lenken den Blick auf die Menschen der GUS-Länder – auf betrogene Hoffnungen an Gerechtigkeit und Lebensglück. Aber auch auf die Notwendigkeit, Grundrechte und Freiheiten einzuklagen“, begründet ROG-Vorstand Dirk Sager im Vorwort das Thema.
Und GEO-Fotochefin Ruth Eichhorn schreibt in ihrer Einführung „Spuren der Vergangenheit vermischen sich mit dem deutlichen Streben nach Zukunft und Fortschritt und drücken sich als Angst oder Zuversicht aus“. Die Fotografinnen und Fotografen sind: Jelena und Viktor Vorobjev, Andrei Liankevich, Robert Polidori, Boris Mikhailov, Simon Roberts, Justyna Mielnikiewicz, Frank Herfort, Kirill Golovchenko und Anastasia Khoroshilova.
Eingestellt von Manfred Scharnberg in
