Highway durch die Serengeti

Bildagentur Okapia engagiert sich für eine Alternativtrasse

 

„Serengeti darf nicht sterben, dieser Slogan, den mein Vater als Filmtitel verwendete, könnte heute leider wieder Aktualität erlangen“, sagt Christian Grzimek. Der Geschäftsführer der auf Natur und Tiere spezialisierten Bildagentur Okapia, spielt damit auf Meldungen der tansanischen Presse und die Aussagen eines Sprechers der Nationalparkbehörde Tanzania National Parks an. Demnach plant die tansanische Regierung den Bau einer Fernstraße mitten durch die Wildnis des Serengeti Nationalparks.

Christian Grzimek, der die 1954 von Michael und Bernhard Grzimek gegründete Agentur leitet, macht bundesweit auf das, durch den Straßenbau drohende Desaster aufmerksam – ganz in der Tradition seiner Familie. Die Realisierung dieses Vorhabens würde die weltberühmte Wanderung von rund zwei Millionen Gnus, Zebras und Antilopen an einem empfindlichen Punkt treffen. Ihr Zugweg, den sie während der Trockenzeit zu den Weiden im Norden nutzen, wäre blockiert.


Noch fahren harmlose Jeeps mit Touristen durch den Serengeti Nationalpark in Tansania. Führt hier bald eine Fernstraße entlang? © Konrad Wothe/OKAPIA

„Eines der letzten Gebiete auf der Welt für solche großen Tierwanderungen wäre für immer verloren. Es ist zu befürchten, dass diese Straße verheerende Auswirkungen auf das gesamte Serengeti-Ökosystem haben wird“, glaubt Christian Grzimek. Mit dem rapide zunehmenden Handel in Afrika werden täglich Hunderte von Schwerlastern die Serengeti durchfahren. Zwangsläufig kommt es dann zu Wildunfällen, denn hier herrscht die weltweit größte Dichte an Großtieren. Wie die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen wird die Trasse früher oder später abgezäunt werden – definitiv das Ende der großen Wanderung. Aktuelle Forschungen belegen, dass damit die Population der Gnus von 1,3 Millionen auf bis zu 200.000 Tiere zurückgehen könnte.

Christian Grzimek und etliche Naturschützer setzen sich für eine sinnvollere Trassenführung ein. „Die Straße ist wichtig um Rohstoffe an die Küste zu bringen. Doch ein geringer Umweg der Trasse wäre nicht nur besser für den Nationalpark, sondern würde auch 2500 Menschen an die Straße anbinden, statt durch wirtschaftliches Niemandsland zu führen“, argumentiert Christian Grzimek.

Weitere Infos bei Okapia und der Zoologischen Gesellschaft. Zum Thema gibt es auch eine Petition.


Eingestellt von Gast in