„Pressefreiheit – ja und“

Polizist prügelt Kameramann

 

High Noon in Geldern. Am Niederrhein dokumentiert ein Kameramann nach einem Badeunfall einen Rettungseinsatz. Er drängt sich nicht voyeuristisch an Opfer heran, sondern macht aus der Distanz einen Schwenk vom Rettungshubschrauber zum Rettungswagen. Eine alltägliche Szene – völlig harmlos. Nicht für einen Polizisten, der unvermittelt durchdreht und dem Reporter brutal abdrängt, die Kamera wegschlägt und offenbar auch so prügelt, dass der Berichterstatter auf dem Boden landet. Die Kamera dokumentiert die Szene, auch wenn sie schon in Einzelteilen auf den Rasen liegt.

Mit der Äußerung „Pressefreiheit – ja und“ reagiert der Beamte auf den Vorwurf die Berichterstattung zu behindern. Offensichtlich ein Mensch, der seinen persönlichen Gemütszustand nicht im Griff hat und nicht verstanden hat, dass die Pressefreiheit Verfassungsrang hat. Für den Polizisten wird es ein Nachspiel geben, denn gegen ihn wird straf- und disziplinarrechtlich ermittelt. Nach dem Vorfall teilte der zuständige Innenminister Ingo Wolf (FDP) mit, dass Einschränkungen der Pressefreiheit nicht zu tolerieren seien.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in