Time Inc. verweigert Honorar für App

Agenturen im Honorarstreit mit dem Verlag

 

Mehr als ein Dutzend Fotoagenturen haben die Veröffentlichung einer iPad-App des amerikanischen Magazins People hinaus gezögert. Der Grund: Time Inc. will dafür keine gesonderten Fotohonorare zahlen. Die auf Promifotos spezialisierten Agenturen schlossen sich zusammen und forderten die Fotohonorare ein. Time Inc. wollte die App nach der Einschätzung von Informanten nicht honorieren, weil man im Verlag der Ansicht war, es handele sich lediglich um eine andere Form der Print-Ausgabe. Auch seien die mobilen Applikationen ja nur Marketingwerkzeuge – und solche Werbeformen seinen mit den bestehenden Verträgen abgedeckt. Dies sei also keine eigene Veröffentlichungsform und daher auch nicht honorarpflichtig.

Das sehen die Agenturen, zu denen Bauer-Griffin, Startraks, Pacific Coast News, Splash News, Flynet Pictures, Star Max, INF und Fame Pictures gehören, völlig anders. Der Ärger formierte die sonst hart konkurrierenden Firmen zu einer starken Front gegen Time Inc.. Auch wenn ein Sprecher des People Magazins abstritt, dass die verzögerte Freischaltung etwas mit den Agenturen zu hätte, finden derzeit offenbar Verhandlungen statt. Dennoch launchte der Verlag die Applikation inzwischen, für €2,99 ist die aktuelle Ausgabe des Magazins zu kaufen.

Gegenüber Reuters sagte Brandy Navarre von der Agentur X17, die Bildanbieter hätten „eingesehen, dass Websites wie People.com durch ihre Bilder nicht viel mehr umgesetzt haben. Bei Bezahl-Apps mit zusätzlicher Werbung sieht das ganz anders aus.“ Und genau das ist der Punkt, warum der Streit mit dem People Magazin mit seiner Print-Auflage von 3,5 Millionen so grundsätzliche Bedeutung zukommt.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in