UPDATE: Joao Silva von einer Mine verletzt

New York Times Fotograf in Afghanistan getroffen

 

UPDATE
Inzwischen gibt es einen Spendenaufruf für den New York Times Fotografen Joao Silva, der durch eine Landmine beide Beine unterhalb der Knie verlor. Seine Freunde Leonie and Greg Marinovich haben auf dem Portal Photoshelter eine Website initiiert, über die Prints des renommierten Fotografen zu kaufen sind. Natürlich kann hier auch nur gespendet werden.

Dass solche Minenunfälle keine Seltenheit sind, zeigt die Ähnlichkeit eines Ereignisses, von dem Christoph Bangert berichtet. Der deutsche Fotograf, der sich damals auch in Afghanistan aufhielt und einige Tage mit Joao Silva verbrachte, fotografierte zwei afghanische Zivilisten, die auf eine Mine getreten waren und beide Beine verloren. Am selben Morgen, etwa zur selben Uhrzeit, und nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, wo Joao Silva verletzt wurde.

Amerikanische Militärsanitäter versorgen die Wunden eines von zwei afghanischen Minenopfern und retteten ihr Leben. © Christoph Bangert

Christoph Bangert wurde von der Bildredaktion der New York Times gebeten, für kurze Zeit als Fotograf einzuspringen. Er schreibt: „Die Nachricht von Joao's Verletzungen war ein großer Schock für mich. Joao Silva ist der erfahrenste Kriegsfotograf den ich kenne. Er ist nicht nur ein guter Freund und Mentor, sondern auch jemand dessen exzellente Arbeit und direkte, schnörkellose Einstellung zur Fotografie ich sehr schätze.“
 

URSPRÜNGLICHE MELDUNG:

Joao Silva, Fotograf der New York Times, wurde in Afghanistan von einer Mine verletzt, während er eine Patrouille US-amerikanischer Soldaten begleitete. Er beging ein Areal in der Nähe des Ortes Arghandab, das bereits von Minenhunden und Minensuchtrupps untersucht worden war. Dennoch trat er auf eine aktive Mine. Da in Afghanistan häufig selbst gebastelte Minen mit wenig Metallanteil verwendet werden, ist das aufspüren dieser Sprengladungen schwierig.

Joao Silva erlitt schwere Verletzungen an beiden Beinen, zusammen mit anderen Wunden. Der Fotograf wurde per Hubschrauber in ein Militärkrankenhaus geflogen, wo er operiert wurde. Vom Luftstützpunkt Bagram ist er inzwischen zur weiteren Behandlung nach Deutschland transportiert worden.

Screenshot von Joao Silvas Website

Der 44-jährige Fotograf hat Kriege in Afghanistan, dem Irak, Südafrika, dem Balkan und dem Nahen Osten dokumentiert. Er ist mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet worden. Bekannt wurde er in den 1990ern als Mitglied des Bang Bang Club. Diese Gruppe von vier Fotografen arbeitete in Südafrika, von der Freilassung Nelson Mandelas aus dem Gefängnis bis zu den ersten freien Wahlen 1994.

Über die Erlebnisse von Silva, Kevin Carter, Greg Marinovich und Ken Oosterbroek drehte der Regisseur Steven Silver einen Spielfilm, an dem Joao Silva als Co-Autor mitwirkte. „The Bang Bang Club: Snapshots From a Hidden War“ wurde im September auf dem Toronto Filmfestival ausgezeichnet. Der Film läuft dieses Wochenende in Kanada an. Termine für Europa stehen noch nicht fest.

Filmplakat


Eingestellt von Gast in