Wie errechnet man Honorarsätze?
Ein Surftipp zum so genannten Stundenrechner
Welcher Freelancer hat schon einen relativ genau kalkulierten Stundensatz? Etliche fragen da einfach Kollegen, richten sich nach Branchenstandards, oder kalkulieren Pi mal Daumen. Um in dieses Dickicht ein wenig Licht zu bringen, hat der Österreicher Clemens Gull auf seinem Blog Guru 2.0 einen Stundenrechner installiert, der zumindest eine Orientierung bietet.
Hier der Link: http://www.guru-20.info/freelancehour/
Es ist kein professionelles Werkzeug, mit dem Fotografen ihre Einnahme-Überschuss-Rechnung machen können, sondern ein ganz allgemeines Werkzeug für alle Freiberufler – zudem noch mit österreichischen Branchen- und Steuerdaten. Beispielsweise kann man keine Abschreibung von getätigten Investitionen eintragen.
In dem Stundenrechner geht es darum, regelmäßige Kosten gegen kalkulierbare Einnahmen anzurechnen. Heraus kommt dann ein Stundesatz, den ein Freelancer berechnen müsste, um einen (dort undefinierten) Gewinn zu erzielen. Errechnet wird auch der Stundensatz, bei welchem der Break-Even erreicht wird.
Dazu gehört es auch, zu kalkulieren, wie viel Stunden man wirklich arbeitet – unterteilt in produktive Arbeitszeit, die direkt den Aufträgen zugute kommen und den dort unproduktiv genannten Stunden, die der Akquise oder der Aufrechterhaltung des Betriebes gelten.
Auch wenn wirklich nur Anhaltswerte herauskommen, so ist der Stundenrechner dennoch ein hilfreiches Instrument um einmal halbwegs realistisch einzuschätzen, ob das Verhältnis zwischen Lebensstandard, Ausgaben und eingenommenen Honoraren stimmt. Besonders für Newcomer, die in den Beruf einsteigen, lohnt es sich einmal die realen Werte einzutragen. Denn so eine Rechnung macht nicht jeder Fotograf auf.
Screenshot der Datenerfassung mit vorausgefüllten Durchschnittswerten. (Die hier genannte Regelung für Büroraum in der eigenen Wohnung gilt übrigens nur, wenn man nicht nachweisen kann, dass dort der Arbeitsschwerpunkt liegt).
Zwischen den Kästen, in die persönliche Werte eingetragen werden, finden sich zudem einige interessante Basisinformationen, die man erfüllen sollte um erfolgreich freiberuflich tätig zu sein. Aber auch einige, die nicht für Deutsche Verhältnisse passen.
Das Ausfüllen ist simpel, wenn man die Zahlen parat hat. Dabei können Detail- oder Gesamtsummen eingetragen werden. Beispielsweise kann man bei den regelmäßigen Geschäftskosten die Ausgaben für die Geschäftsausstattung – also das Equipment – insgesamt eintragen. Bis hin zum Büromaterial ist es aber auch möglich, jeden Posten einzeln einzugeben.
Wie gesagt: Der Stunderechner liefert zwangsläufig nur Annäherungswerte. Aber einmal für sich Bilanz zu ziehen, kann sicherlich nicht schaden.
Eingestellt von Manfred Scharnberg in
