Bangladesh: Fotogalerie von Polizei geschlossen

Pressefreiheit auf asiatisch

 

Wie der Fotograf Munem Wasif berichtet, ist eine Fotoausstellung, die in Dhaka, Bangladesh, am Sonntag stattfinden sollte, von der Polizei geschlossen worden. Er schreibt: „Heute hat die Polizei die Türen der Drik Gallery, Dhaka, geschlossen um die geplante Eröffnung der Fotoausstellung ‘Into Exile: Tibet 1949 – 2009’ zu verhindern. Eine Polizeieinheit erschien und teilte dem Galeriepersonal mit, dass die Ausstellung nicht stattfinden wird. Ohne Abkündigung oder irgendein offizielles Papier schlossen sie die Türen ab um Besucher am Eintreten zu hindern.“

Polizeichef Shah Alam erklärte der Presseagentur AFP, dass die Schließung der Ausstellung aufgrund von „Anweisungen von höherer Stelle“ erfolgt sei. Dieses rüde Vorgehen und die eklatante Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit geht nach Informationen von AFP auf die Initiative Chinas zurück. Ausstellungsmacher Shahidul Alam berichtet, vor der Eröffnung seien Offizielle der Chinesischen Botschaft bei ihm erschienen und erbaten die Ausstellung sein zu lassen.

Und Mohammad Imran, Sprecher des Außenministeriums von Bangladesh, gab gegenüber AFP zu: „Der chinesische Botschafter hat den Staatssekretär im Außenministerium angerufen und sein Mißfallen über die Tibet Ausstellung zum Ausdruck gebracht.“ Das in chinesischen Augen Gefährliche an der Ausstellung: Die Fotos zeigen unter anderem Menschen, die wegen der chinesischen Ordnungsmacht aus ihrem Heimatland geflohen sind.

Einer örtlichen Zeitung erklärte ein Regierungssprecher gegenüber: „Bangladesh ist ein Freund Chinas und unterstützt die Ein-China-Politik.“ Offenbar teilt man auch die Ade´-Pressefreiheit-Politik.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in