Gemixte Realität
Fotograf Sergej Larenkow spielt Zeitmaschine
Die Rote Armee stürmt im Jahr 2010 noch einmal das Reichstagsgebäude. Soldaten mit Gewehren laufen durch Schutthalden auf das mit Einschusslöchern durchsiebte Portal zu, während daneben eine Zuschauerschlange vor dem in der heutigen Zeit renovierten Gebäudetrakt auf Einlass wartet. Da läuft kein Schauspiel. Und es ist kein Déjà-vu, sondern ein optischer Zeitsprung.
Erstürmung des Reichtages, 1945 und heute in einem Bild. © Sergej Larenkow
Der russische Fotograf Sergej Larenkow mischte Fotos unterschiedlicher Jahrzehnte zu einem neuen, zu einer gesampleten Realität. Genauer gesagt, er suchte in Russland und Deutschland die heutigen Originalschauplätze auf, von denen Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg existieren, ermittelte den Standpunkt des damaligen Fotografen und schoss ein Bild aus dem gleichen Blickwinkel.
Sergej Larenkows Montagen alter Schwarz-Weiß-Fotos mit den aktuellen Farbbildern beamen ein Stück Zeitgeschichte in die Gegenwart hinein. Das Spiel mit der Zeitmaschine führt dem Zuschauer Historie eindrucksvoll vor Augen.

Auf den Treppen des Reichtages.. © Sergej Larenkow
Eingestellt von Manfred Scharnberg in
