Im Kasten: Ein Tag Deutschland

Über 500 FREELENS Fotografen dokumentieren Deutschland

 

Der erste Teil ist vollbracht. Am Freitag den 7. Mai schwärmten über 500 FREELENS Mitglieder aus, um eine fotografische Momentaufnahme unseres Landes zu produzieren: „Ein Tag Deutschland“ heißt das Buchprojekt der Fotografenorganistation, das an diesem Tag entstand. In der Zeit von 0:01 bis 23:59 Uhr versuchten die Fotografen und Fotografinnen, ungefähr 600 verschiedene Themen zu realisieren. FREELENS Mitglieder waren in allen Regionen Deutschlands vor Ort, vom Alpengipfel bis auf die Nordseewellen. Und sie rückten sehr unterschiedliche Menschen in den Fokus ihrer Kamera – vom Harz IV Empfänger bis zum Bundespräsidenten.

Zu den ersten Fotografen, die Bilder überspielten, gehört Rüdiger Dehnen, der hier bei Kleve auf ziemlich desinteressiertes Milchvieh trifft.

„Bin total durchgefroren und einigermaßen nass – aber es hat viel Spaß gemacht!“ schreibt einer der Teilnehmer nach seinem Einsatz. Auch wenn der Tag nicht gerade das schönste Wetter brachte, so war es dennoch ein historischer Tag. Zwei Beispiele: die schnellste Gesetzesverabschiedung in der Geschichte der Bundesrepublik und der Sieg der deutschen Eishockeymannschaft über das Jahrzehnte lang überlegene USA-Team. Vor allem aber wird das Projekt eine fotografische Bestandsaufnahme über den Alltag der Deutschen werden.

Fotograf Martin Jehnichen vor dem AKW Brokdorf

Das FREELENS Projektteam beschreibt die Idee, die hinter "Ein Tag Deutschland" steckt, wie folgt: „Abseits vom täglichen Medieneinerlei wollen wir mit diesem Projekt zeigen, dass die besten Fotografen Deutschlands mit ihrem authentischem Blick zeigen können, wie es wirklich „aussieht“ in Deutschland. FREELENS will damit auch ein Zeichen setzen: Die Medienbranche befindet sich in einem historischen Strukturwandel, der auch die Arbeitsbedingungen der Fotografen nachhaltig verändert. Um Kosten zu sparen, greifen Zeitungen und Magazine immer öfter auf PR-Material oder Digitalfotos von Amateuren zurück.


Markus Heimbach (li) nach getaner Arbeit

Dieser Entwertung der Fotografie will der Verband ein Symbol von bleibendem Wert entgegensetzen. „Ein Tag Deutschland“ wird den Beweis antreten, dass eine Kamera allein noch nicht ausreicht, um ein gutes Foto zu machen. Es bedarf dafür auch des besonderen Blicks. An einem gewöhnlichen Freitag wird eine außergewöhnliche Dokumentation entstehen, die damit auch die gesellschaftliche Relevanz hochwertiger Bilder unterstreicht.“

Rüdiger Wölk fotografierte in der Justizvollzugsanstalt Münster.

Inzwischen treffen auf dem FREELENS Projektserver laufend Fotos ein. Die Bilddaten werden gleich technisch überprüft und geordnet. Eine Jury wird dann die anonymisierten Fotos sichten und auswählen. Bei der Auswahl spielt es also keine Rolle, ob ein Foto von einem renommierten Fotografen stammt, oder von einem unbekannten. Was sich an Bildqualität durchsetzt, wird auf etwa 600 Seiten von BartosKersten Printmediendesign in ein Buch gefasst, das zur photokina erscheinen wird. Eine größere Auswahl wird auf einer eigenen „Ein Tag Deutschland“ Website gezeigt werden.


Jürco Börner zuGast bei Zimmermeister Carl-August Hoffmann in Reinfeld


Eingestellt von Manfred Scharnberg in