Renaissance für Sofortbildmaterial?

Holländische Polaroid Variante in der Entwicklung

 

Anachronismus und Wagemut pur – einige Wissenschaftler im holländischen Enschede wollen der Digitalisierung ein Schnippchen schlagen. Sie arbeiten an einer Erfindung die es bereits gab – dem Sofortbild. Zudem noch in einer ehemaligen Fabrik für Polaraid-Material. Das Unternehmen Polaroid hat sein lange erfolgreich verkauftes Material im letzten Jahr wegen der übermächtigen digitalen Konkurrenz vom Markt genommen. Im Gegensatz zu dem Konzern sehen die Niederländer aber noch wirtschaftliches Potential im Sofortbild.
„Wenn jeder in eine Richtung läuft, entsteht ein Nischenmarkt in der anderen“, sagt Florian Kaps, ein österreichischer Unternehmer, der mit der kleinen Gruppe von Wissenschaftlern zusammenarbeitet. Gegenüber der New Yok Times nennt er die Motivation: „Es geht um die Bedeutung der analogen Aspekte in einer mehr und mehr digitale Welt.“


Im Entwicklungslabor entsteht ein neues Polaroid-Material: Martin Steinmeijer (rechts) and Henk Minnen prüfen sensitometrische Proben. Foto: © Rolf Oeser

Die Gruppe ist der Auffassung, dass es auf der Welt noch eine Menge Fans der Fotos mit dem antiquierten Look gibt. Die Initiatoren schätzen, dass noch eine Milliarde Polaroid Kameras im Umlauf sind. Daher wollen sie das eigentlich veraltete Verfahren wieder zum Leben erwecken – trotz einiger rechtlicher Probleme mit dem heutigen Polaroid Rechte-Inhaber. Ihr eingeschlagener Weg: Der Versuch den chemischen Prozess des Original Polaroid Materials zu imitieren.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in