Selbstzensur: AP löscht Stinkefinger Foto
Fragwürdige Moralvorstellungen des US-Bilderdienstes
Am 23. April 2008 brachte der US-Nachrichtendienst Associated Press ein Foto von Kelly Osbourne, Tochter des Rockstars Ozzy Osbourne, auf den Markt. Kurz darauf wurde es mit dem Hinweis „PHOTO ELEMENTATION“ versehen und wieder aus dem Verkehr gezogen. Das Bild von Matt Sayles zeigt die freudig strahlende Musikerin bei der Preisverleihung des amerikanischen NME Awards. Was daran so untragbar war? Die Trophäe des Popmagazins New Musical Express stellt eine Hand mit ausgestrecktem Mittelfinger dar – eine zu anstößige Geste für AP.
Bislang wurden solche Motive nur mit Warnhinweisen wie „Obszöne Geste“ oder „Zeigt Nacktheit“ versehen. Dass AP nun offenbar dazu übergeht, derartige Bilder aus dem Programm zu nehmen, ist handfeste Selbstzensur. Und das bei völlig harmlosen Motiven. So war auch ein Picasso Gemälde Anlass für die AP-Zensur. In einer Museumsszene hängt das Kunstwerk „Große Badende“ im Hintergrund. Ein wenig Naktheit auf Leinwand reichte aus um das Foto aus den Pariser Tullerien einzukassieren.
Eingestellt von Manfred Scharnberg in
