US-Militärs schließen Fotojournalisten aus

Verärgerung über Fotos in seinem den Blog

 

Der freiberufliche Fotograf Zoriah, war als „embedded Journalist“ lange mit US-Militär-Einheiten im Irak und in Afghanistan unterwegs. Nun wurde er plötzlich „disembedded“. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung von Fotos in seinem Blog, forderten die Militärs ihn auf mit dem Fotografieren aufzuhören und seine Speicherkarten zu löschen. Als er sich weigerte, wurde er mit einem Konvoi zurück nach Bagdad gebracht.

Die Bilder in Zoriahs Blog zeigten unter Anderem tote US-Marines, was die Marine-Kommandanten offensichtlich verärgerte. Zu den Vereinbarungen, die Fotojournalisten unterschreiben müssen, gehört auch, dass Nichts über gefallene Soldaten veröffentlicht werden darf, solange die Angehörigen nicht informiert wurden. Dagegen habe er verstoßen, hieß es zunächst. Zoriah veröffentlichte seine Fotos aber erst nachdem die Angehörigen bereits bescheid wussten.

Später lautete dann der offizielle Grund für seinen Ausschluss: Er „hätte den Feind mit Informationen über die Wirksamkeit des Angriffs" versorgt. Auch das entkräftet Zoriah. Die Informationen über diesen Angriff seien bereits über die Nachrichtenagentur Reuters verbreitet gewesen und in der New York Times sowie der Washington Post veröffentlicht. Das Vertrauen, dass sich Zoriah an die Spielregeln halte, sei verloren, hieß es vom zuständigen Presseoffizier.

Sein Name steht nun auf der schwarzen Liste der US-Militärs. Er ist von allen künftigen Militäraktionen ausgeschlossen. Zoriah will sich gegen diese Entscheidung wehren. „Es ist in Ordnung, wenn man die tolle medizinische Versorgung fotografiert, oder Soldaten, wie sie Kindern Bonbons schenken Aber wenn man den tatsächlichen Krieg aufnimmt, ist das nicht aktzeptabel“, schimpft Zoriah, dessen kompletter Name Zoriah Miller lautet.

Screenshot der Homepage von Zoriah. © Zoriah
http://www.zoriah.com


Eingestellt von Manfred Scharnberg in