World Press Photo disqualifiziert einen Preisträger
Der Vergleich mit dem RAW brachte die Entscheidung
Gestern teilte der Ausrichter des World Press Photo Wettbewerbs mit, dass dem ukrainischen Fotografen Stepan Rudik der Preis aberkannt wird. Dort wo auf der World Press Homepage einst das Gewinnerbild des dritten Preises in der Kategorie „Sport Features“ zu sehen war, steht nur noch: Disqualifiziert. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Wettbewerbs, dass einem Fotografen der Preis abgesprochen wird.
„Nach sorgsamer Abstimmung mit der Jury“ sei man zu der Überzeugung gelangt, das das Foto „die Wettbewerbsregeln verletzt habe“. Zu der Entscheidung gelangte World Press Photo durch einen Vergleich des eingereichten Fotos mit dem Original-Raw. Originale müssen neuerdings auf Anfrage nachgeliefert werden. „Es habe sich heraus gestellt, dass ein Element von einem der Originalfotos entfernt worden sei“, hieß es.
Was ist „manipuliert“ worden? Für seine Reportage über ukrainische Straßenkämpfer hatte Rudnik aus einer Bildtotale einen Ausschnitt genommen und diesen als Schwarz/Weiß Foto am Rand abgedunkelt. Das war aber offensichtlich nicht der Grund für die Disqualifikation. Es war die Tatsache, dass der Fotograf unterhalb der verletzten Hand, die gerade verbunden wird, einen Fuß entfernt hat, der ihn offensichtlich störte. 
Hier der Ausschnitt vom Originalfoto mit dem störenden Fuß im Hintergrund, zwischen Daumen und Zeigefinger. © Stepan Rudik

Und hier das eingereichte und disqualifizierte Foto mit entferntem Bildelement © Stepan Rudik
Stepan Rudik äußerte sich zu der Entscheidung. Er habe „weder eine signifikante Änderung vorgenommen, noch ein wichtiges informatives Detail entfernt.“ Der Fotograf akzeptiert zwar den World Press Photo Schiedsspruch, versucht aber mit seiner Offenheit Medien gegenüber seinen guten Ruf als Fotojournalist zu retten.
Das gesamte Original-Foto. © Stepan Rudik
Eingestellt von Manfred Scharnberg in
