Jahrgang 2006
Von Dirk Kirchberg
Quelle: FREELENS-Magazin #26 - 2. Quartal 2008
Jahrgang 2006
Das Studium ist abgeschlossen. Und danach? Viele Absolventen schaffen den Schritt in die professionelle Fotografie nicht. Nur gut die Hälfte des Abschlussjahrgangs 2006 der Fachhochschule in Bielefeld arbeitet noch an seiner fotografischen Laufbahn.
VON DIRK KIRCHBERG
Sepp Herberger sagte einst: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Herberger sprach von Fußball. Er hätte aber auch das Fotografiestudium meinen können. Denn auch hier passt dieser Satz, der den steten kreativen Kreislauf beschwört. Denn nur, weil man nach soundsovielen Seminaren und Semestern ein Diplom ausgehändigt bekommt, heißt das noch lange nicht, dass nun alles von selbst läuft. Oder man alles gelernt hat, was man zum überleben in der freien Wildbahn braucht. Ganz im Gegenteil. Eine völlig unrepräsentative Umfrage unter den Absolventen – von denen nur noch neun erreichbar waren – des Jahrgangs 2006 aus Bielefeld eröffnete interessante Einblicke in das Leben während und nach dem Studium.
Die meisten Studenten finanzierten sich ihr Studium mit Nebenjobs – von den üblichen Jobs in der Gastronomie über Assistenzen bis hin zur Fitnesstrainerin und zum Callcenter-Mitarbeiter – und dank der Hilfe ihrer Eltern. Auch wenn tatsächlich alle das Studium als lohnend beschreiben, fühlen sich doch fünf von neun nicht ausreichend auf den Berufsalltag als Fotografen vorbereitet.
Besonders Buchhaltung, Rechnungswesen und Steuern, kurzum Betriebswirtschaft, wurde im Studium nicht ausreichend oder überhaupt nicht vermittelt. Auch wurde bemängelt, dass den Studenten nicht näher gebracht wurde, wie eine erfolgreiche Selbstvermarktung funktioniert, und wie man seine eigene Position im Markt und gegenüber den Mitbewerbern bestimmt und einzuschätzen hat.
Fünf von neun Absolventen können heute von ihrer Fotografie leben. Die anderen vier assistieren und/oder brauchen Nebenjobs, um sich zu finanzieren. Und auch wenn die Einschätzungen, wie es mit der Fotografie in der Zukunft weitergehen wird – „noch schneller“, „noch schwieriger“, „geringere Honorare“ – kein besonders rosiges Bild verheißen, so sind sich doch alle neun absolut sicher, dass Fotografie immer noch ihr Traumberuf ist.
Wie sehen die nächsten Ziele der Absolventen aus? Es sind Ausstellungen geplant, eigene Buchprojekte konzipiert, ein Master-Studium wird gerade abgeschlossen, Ausrüstung für kommende Aufträge modernisiert und aufgestockt.
Trotz der verschiedenen Situationen haben alle Absolventen ein gemeinsames Ziel: Fotografieren, fotografieren und nochmals fotografieren. In diesem Sinne: Nach dem Bild ist vor dem Bild.
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LAURA HEGEWALD Wie war der Übergang vom Studenten- zum Berufsleben? |
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MAXI UELLENDAHL Fühlst Du Dich ausreichend auf den Berufsalltag vorbereitet? |
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ULRIKE WETZLAR Was hat im Studium gefehlt? |
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MIKULA LÜLLWITZ Ist Fotograf immer noch Dein Traumjob? |
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PIA REGINA BRECHMANN Kannst Du heute von Fotografie leben? |
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MARC BECKMANN Was sollte heute im Studium unbedingt behandelt werden? |
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ANDREA DIEFENBACH Finanzierung des Studiums: Durch Gespartes zuvor und durch Jobs, das Diplom dann durch ein DAAD-Stipendium sowie Abschlusskredite. |
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INDRA OHLEMUTZ Finanzierung des Studiums: Ich habe als Kurstrainerin in einem Fitnessstudio und als Kellnerin während meines gesamten Studiums gearbeitet. |
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SARAH STRASSMAN Ausreichend auf den Berufsalltag vorbereitet? |








