Wo Fotografen gemacht werden

Von Ralph Pache

 

Quelle: FREELENS-Magazin #26 - 2. Quartal 2008

 

Wo Fotografen gemacht werden

Hierzulande gibt es fast sechzig Ausbildungsstätten, an denen Fotografie gelehrt wird – mit unterschiedlicher Bandbreite und Intensität. Ralph Pache, selbst Fotostudent, führt uns von Norden nach Süden durch neun ausgewählte Institute.

VON RALPH PACHE

Individuelle Förderung

HAW Hamburg: Raum für alle gestalterischen Entwicklungen - von Kunst bis Journalismus. © Manfred Scharnberg

An der HAW Hamburg, Fakultät DMI, Department Design sind 1042 Studierende eingeschrieben. Die Studiengänge: Kommunikationsdesign/Illustra­tion, Textil- Mode- und Kostümdesign, Bekleidungstechnik. Insgesamt lehren 14 Professorinnen und 21 Professoren.

Fotografie ist an der HAW ein Teilbe­reich des Kommunikationsdesigns. Stu­die­rende erhalten hier die Möglichkeit, durch fotografische Grundkenntnisse ihre Ausbildung im Bereich Kommunikationsdesign zu erweitern und Sicherheit in der Beurteilung und Verwendung fotografi­scher Vorlagen zu erlangen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Fotografie als Hauptfach mit Bachelor- oder Master-Abschluss zu studieren. Neben dem Bachelor of Arts wird ab Herbstsemester 2008 auch Master of Arts eingeführt.

Der Bereich Fotografie ist mit eineinhalb Stellen besetzt. Professor Vincent Kohlbecher betreut hauptsächlich projektbezogene Arbeiten und den Bereich Dokumentarfotografie. Professorin Ute Mahler hat ihren Schwerpunkt in der Porträt- und Modefotografie. Sie sind es, die vor allem mit ihrer Persönlichkeit das fotografische Profil an der HAW prägen, die aber auch mit ihren eigenen Arbeiten in der deutschen Fotografie eine wichtige Rolle spielen. Konzentration auf die Förderung individueller Talente ist ihre Devise. „Aufbauend auf den Grundlagen, also Technik, Ästhetik, Kenntnisse der Fotogeschichte und zeitgenössischer Entwicklungen konzentrieren wir uns auf Inhalte“, sagt Ute Mahler. „Das Erkennen der besonderen Begabungen der Ein­zel­nen und die Förderung in diese Richtung ergibt zwangsläufig eine große Breite an fotografischen Themen und Handschrif­ten, in denen die Positionierung der eigenen Haltung erkennbar sein soll.“

Die Ausbildung ist nicht explizit auf Fotojournalismus ausgerichtet sondern auf Dokumentar- und künstlerische Foto­grafie. Ergebnisse der studentischen Arbeiten konnte man in folgenden Ausstellungen betrachten: „Frauenbilder – 12 Verwandlungen einer Frau“, im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. „Von Landschaften und Menschen“, Foto­gra­fien einer Polen Exkursion in der Armgartstraße, sowie das Semesterthema „Haut“, zur 4. Triennale der Photografie in Hamburg.

Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Design, Medien und Information,
Department Design, Armgartstraße 24, 22087 Hamburg, Telefon: 040.42875-4641/-4643
http://www.design.haw-hamburg.de

 

 

Eigene Visionen

Die Ostkreuzschule ist kein staatliches Institut sondern eine freie Schule. In der Regel sind dort je zwei Klassen pro Semester in der Ausbildung, jede Klasse mit etwa 15 Studenten. Zusätz­lich gibt es zwei Meisterklassen mit je ca. 15 Studenten, sodass die Schule insgesamt 120–150 reguläre Studenten hat.

Angeboten wird noch ein Vorkurs für Bewerber um die Hürde der Aufnah­me­prüfung zu nehmen. Ein besonderer Zweig des Schulangebotes richtet sich an Berufsanfänger, Fotografen, die bereits im Berufsleben stehen, und Fotografie-Begeisterte. In Wochenendseminaren wer­den fotografischen Projekte erarbeitet. Es gibt sogar eine Klasse für Bildredakteure.

Das Studium umfasst in der Regel sechs Semester und gleicht im Wesent­lichen der vormals klassischen Diplomausbildung. Das Grundstudium dient dem Erlernen verschiedener Techniken und Gestaltungsprinzipien. „Dabei geht es uns vor allem um die Seherfahrungen, also dem Ausbilden des fotografischen Sehens“, sagt Thomas Sandberg, der die Ostkreuzschule gemeinsam mit Werner Mahler leitet. Das in den Genres Landschaft, Stills, Portraits, Licht und Schatten, Schwarz/Weiss und Farbe. Im dritten und vierten Semester loten die Studenten anhand von Projekten bestimmte Genres tiefer aus, um ihre persönlichen fotografischen Neigungen zu erkennen. Thomas Sandberg: „Dabei geht es unter anderem auch um das intensivere Wahrnehmen der äußeren Welt, als auch dem Aufspüren der persönlichen inneren Welt.“ In der Abschlussklasse entwickeln die Studenten über das Jahr hinweg ein eigenes fotografisches Projekt um es am Ende der Ausbildung zu präsentieren.

An der Ostkreuzschule lehren 17 Dozenten, berufserfahrene Fotografen, die in der Regel ein Hochschuldiplom haben und über Erfahrung bei der Lehrtätigkeit verfügen. Sie stehen weiterhin in der Praxis. Reguläre Professuren gibt es an freien Schulen, wie der Ostkreuzschule, nicht. Allerdings haben die Dozenten Arno Fischer und Ute Mahler noch Professuren an anderen Hochschulen.

„Jeder Dozent hat seine Auffassung von Fotografie, die er hoffentlich nicht bereit ist so schnell herzugeben, weil neue Generationen andere Ideen haben. Woran sollten sich die neuen Ideen reiben, um eigene Visionen zu werden, wenn Dozen­ten für alles und nichts stehen“, meint Thomas Sandberg. Und die jour­na­lis­tische Foto­grafie? „Der Fotojour­nalismus, oder besser gesagt eine Fotografie, die in Printmedien Verwendung findet, ist sicher einer unserer Schwerpunkte. Aber es gibt auch Studenten, die Ihre Perspektive ausschließlich in der künstlerischen Foto­grafie sehen“, erklärt Sandberg.

Ostkreuzschule für Fotografie
und Gestaltung,
Behaimstraße 28/30, 13086 Berlin,
Telefon: 030.92794414,
Mail: post@ostkreuzschule.de
Internet: www.ostkreuzschule.de

 

Elementares Handwerk

Der Lette-Verein beherbergt drei Schulen und zwei Lehranstalten. Von insgesamt 1100 Schülerinnen und Schüler in elf Berufsfeldern, machen 84 eine Ausbildung im Fotodesign – das sind 28 Schüler pro Jahrgang. Dieser Fachbereich ist an die Berufsfachschule für Design im Lette-Verein angegliedert. Die Ausbil­dungsinhalte: Künstlerisch-gestal­te­rische und handwerklich-technische Grundbil­dung, Visuell-gestalterischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Förderung und Entwicklung der persönlichen Bildsprache, Kenntnisse und Fähigkeiten der Planung, Methodik und Konzeptentwicklung, Fach­theoretisches und fachgeschichtliches Wissen, grundlegende kaufmännische Kenntnisse für eine freiberufliche Tätigkeit und die Vertiefung allgemeiner Bil­dung.

Der Lette-Verein legt großen Wert auf das nötige Handwerk. „Ein sicheres Umgehen mit den handwerklichen und technischen Grundlagen fördert ein freies, kreatives, künstlerisch-gestalteri­sches Ar­beiten“, betont Fachleiterin Heike Ollertz, die den Lette-Verein verlässt. Frank Schuhmacher ist Ihr Nachfolger.

Im ersten Ausbildungsjahr geht es um Grundlagenausbildung der gestalte­­ri­schen und handwerklich-technischen Grundlagen der klassischen Bereiche der Fotografie. Zentrales Anliegen: „Sehen lernen“ im umfassenden Sinne. Die Fähigkeiten in der Planung, Recherche und Organisation von Fotoprojekten sowie der Bildgestaltung und der Präsentation werden entwickelt. Im zweiten Ausbil­dungsjahr finden Projektarbeiten in Form von Kooperationen mit Magazinen, Agenturen und sozialen Einrichtungen in Gemeinschaftsarbeit statt. Das dritte Ausbildungsjahr dient der Ausprägung der persönlichen Bildsprache. Bei der Umsetzung umfangreicher Projekte  wird das fotografische Umfeld (Auftraggeber, Agenturen, Behörden, Mitarbeiter, Labo­ratorien, Aussteller usw.) einbezogen. In möglichst berufsnahen Situationen wer­den Kommunikationsbedingungen erfah­ren und praktische Fähigkeiten trainiert. Die Studien münden in das praktische Abschlussprojekt, das die persönliche Bildsprache auf hohem Niveau demonstrieren soll.

Russell Liebman, der im Kollegium von elf Lehrern des Fachbereiches Design, für Bildjournalismus zuständig ist, unterrichtet vom ersten bis zum vierten Semester. Er fördert auch in der Abschlussklasse bildjournalistische Arbeiten.

Lette-Verein, Berufsfachschule für Design, Fachbereich Fotodesign,
Viktoria-Luise-Platz 6, 10777 Berlin, Telefon: 030.219940,
Internet: www.lette-verein.de

 

Augenfällig journalistisch

Die FH Hannover, Abteilung Design und Medien bietet den Abschluss Bachelor of Arts an. Im Kommuni­kationsdesign sind die Studien­richtungen Fotografie, Grafikdesign und Multimedia möglich. Der Bereich Fotografie ist bun­desweit der einzige, der sich konsequent auf Bildjournalismus und Dokumentarfotografie konzentriert.

Der Studiengang Kommunikationsdesign beschäftigt sich mit den Medien, Zeichen und Bildern, die unsere Kultur prägen. Von den Stilmitteln der klassischen Moderne bis hin zur multimedialen Performance oder schrägen Werbekampag­nen: Kommunikationsdesign ist das Mittel zur Umsetzung. Neben praktischen und theoretischen Grundlagen werden kreative Techniken vermittelt. Die Ausbildung zielt darauf ab, Entwürfe und deren Wirkung begreifen zu lernen – aber auch die Balance zwischen Zielvorstellungen und dem Machbaren zu finden. Die verschiedenen Studienrichtungen ermöglichen es den Studierenden ihre Ausbildung auf spezielle Berufsfelder auszurichten. Zudem ergänzen sich die Studiengänge durch übergreifende gemeinsame Projekte.

Die Studierenden werden dazu ausgebildet, interdisziplinär und lösungsorientiert zu gestalten. Das schließt neben einer erstklassigen handwerklich-gestal­terischen Kompetenz vor allem die Fähigkeit zur fundierten Reflektion des eigenen Handelns im übergeordneten, z. B. gesellschaftlichen, sozialen oder ökologischen Zusammenhang sowie eine hoch entwickelte Kommunikationsfähigkeit ein. Für die Arbeit stehen das Institut für Digitale Medien, Werkstätten und Labore, zum Teil mit High-End-Grafik-Workstations zur Verfügung. Sehr großer Wert wird auf den Praxisbezug gelegt, in Projekten, die meist mit externen Partnern realisiert werden.

Fachhochschule Hannover
Fakultät III – Medien, Information
und Design, EXPO-Plaza 2
30539 Hannover
Telefon: 0511- 9296-2302
Internet: www.fh-hannover.de

 

Hochschule im Wandel

Bildauswahl an der Hfk Bremen: Die Meinung der Anderen ist wichtig für die persönliche Entwicklung. © Peter Bialobrzeski/laif

An der Hfk Bremen sind zwei Studiengänge für die Fotografie wirklich relevant: Freie Kunst und Integriertes Design. In der freien Kunst unterrichtet die Foto- und Videokünstlerin Jeanne Faust, im integrierten Design Peter Bialobrzeski. Im eigentlichen Sinne gibt es in Bremen kein Fotografie-Studium. Studenten belegen aber im Rahmen des integrierten Designstudiums Fotokurse. Sie haben die Möglichkeit der Spe­zialisierung, können einen großen Teil der Scheine in Fotografie machen. Professor Peter Bialobrzeski: „Wenn man zu uns will, ist ein breit gefächertes Interesse und Engagement wichtig, wer ausschließlich Fotografie machen will, könnte von den anderen Pflichtscheinen genervt sein.“ Dennoch fühlen sich Fotografie-Interessenten wohl. „Im Laufe weniger Semester bildet sich ein Kern an ‚Fotoleuten‘ um Bialobrzeski“, berichtet Student Sebastian Burger. „Gemeinsam haben wir tolle Projekte auf die Beine gestellt.“

Peter Bialobrzeski, der seinen unverwechselbaren Stil in Magazinen, Büchern, Galerien und Museen publiziert, erklärt: „Ich begreife und vermittle Fotografie als eine kulturelle Praxis die jenseits von üblichen Einordnungen wie Fotojourna­lismus oder Kunst operiert. Besonders wichtig ist es dabei mit zeitgemäßen bildnerischen Strategien zu operieren, die auch einer historischen Betrachtung standhalten.“

Der Diplomstudiengang Integriertes Design wird zurzeit in Bachelor- und Master-Studiengänge überführt. Eine Entwicklung, die noch nicht abgeschlossen ist.

Hochschule für Künste Bremen, Fachbereich Kunst und Design
Am Speicher XI Nr. 8, 28217 Bremen, Telefon: 0421.9595-1000,
Internet: www.hfk-bremen.de

 

Gestalterische Positionen

Die Fachhochschule Bielefeld gliedert den Fachbereich Gestaltung in drei Studienrichtungen: Fotografie und Medien, Grafik- und Kommunikationsdesign, sowie Mode. Insgesamt sind etwa 500 Studenten in der Ausbildung. Der achtsemestrige Diplomstudiengang wird durch Bachelor (6 Semester) und Master (4 Semester) ersetzt.

Fotografie-Professoren sind Katharina Bosse (künstlerische Grundlagen), Roman Bezjak (Dokumentarfotografie), Emanuel Raab (Fotografie und Bildmedien) und Axel Grünewald (Vertretungsprofessor). Sie setzen auf Inter­disziplinarität zwischen den Studien­richtungen sowie die Verknüpfung von Theorie und der Praxis.

Ein wichtiges Merkmal der Hochschule ist das Projektstudium. In zeitlich begrenzten Unternehmungen sollen Kräf­te gebündelt werden, Lernziele werden durch Handlungsziele unterstützt. Drei Beispiele: „Jüdische, fotografische Betrach­tungen der Gegenwart“, (Ausstellungs- und Buchprojekt), die Erstellung des kompletten Merian-Heftes „Essen“ (Auftragsarbeit) und ein zweiwöchiger Aufenthalt in Sarajevo mit fotografischer Aufgabenstellung (Exkursion).

In Bielefeld werden verschiedene fotografische Auffassungen und Genrerichtungen gelehrt: Dokumentar­foto­gra­fie, Fotojournalismus, Modefotografie und künstlerische Fotografie. Foto­journalismus spielt dabei eine wichtige Rolle. „Eine genre-typische Bildsprachlichkeit wird von uns nicht eingefordert. Wir schätzen verschiedene, willkommenerweise auch innovative Ansätze“, erklärt Roman Bezjak. Er ist seit 2000 Professor an der FH Bielefeld, hatte selbst ein Fotografie-Studium an der FH Dortmund bei Ulrich Mack absolviert, erhielt 1996 den Deutschen Photopreis und war, neben viel beachteten Auftragsarbeiten, 10 Jahre lang als fester freier Fotograf für das FAZ-Magazin tätig.

Seine Auffassung von Lehre beschreibt er folgendermaßen: „Die intellektuelle Atmosphäre und die künstlerische Praxis sowie der Austausch mit Gleich- und Andersdenkenden sind die wesentlichen Ingredienzien eines Studiums. Bei der Förderung des Potentials jedes Einzelnen geht es mir um die Weckung des Interesses an gesellschaftlichen Phänomenen und um die Ausformung einer ästhetisch-gestalterischen Position. Empathie und Rationalität, Herz und Kopf gehen dabei Hand in Hand.“

Fachhochschule Bielefeld,
Kurt-Schumacher-Straße 6,
33615 Bielefeld
Telefon: 0521.106-01,
E-Mail: info@fh-bielefeld.de
Internet: www.fh-bielefeld.de

 

Mediale Dialekte

Die Fachhochschule Dortmund hat im Fachbereich Design Fotografie als eigenständigen Studiengang mit dem Abschlussgrad Bachelor of Arts eingerichtet. Der Studiengang Fotografie hat die Vermittlung eines breiten Kompetenzspektrums innerhalb der technischen Bildge­bungsverfahren und der medialen Stra­tegien zum Inhalt.

Das Studium ist auf die Anforde­rungen und Veränderungen des globalen und interkulturellen Arbeitsmarktes für fotografisch und medial Bildschaffende und Bildvermittelnde aller Anwendungsgebiete ausgerichtet. Umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten in der Produktion, der Distribution und der Rezeption foto­grafischer und der Fotografie angren­zender Bildmedien sind zentrale Lerninhalte des Studiums.

Das Studium bietet unterschiedliche Spezialisierungen: Bildjournalismus, Do­­kumentarfotografie, Werbefotografie, Edi­torialfotografie, künstlerische Foto­grafie, Neue Medien, Medienkunst, Me­dien­design, Multimedia, Bilddistribution, Bildvermittlung, Bildrezeption, und Bildnutzung. Das drückt sich auch in der personellen Besetzung aus. Die Profes­soren und ihre Bereiche: Susanne Brügger (Foto­grafie, Neue Medien), Caroline Dlu­gos (Fotografie, Künstlerisch-konzep­tuelle Fotografie) Cindy Gates (Foto­grafie, Multimedia, Szeno­grafie), Jörg Winde (Fotografie, Werbefotografie).

Seit Adolf Clemens im Februar 2008 in den Ruhestand versetzt wurde, sind die Karten neu gemischt. Ob und wann die Professur neu besetzt wird, und welchen Stellenwert dann der Fotojournalismus einnimmt, wird sich zeigen…

Im ersten und zweiten Semester sollen die Studierenden ein breit gefächertes Spektrum an fotografischen Bildsprachen („mediale Dialekte“) sowie mediale Um­setzungsformen („mediale Strate­gien“) kennenlernen. Vom dritten bis fünften Semester werden in Projektarbeit die Fähigkeiten in Konzeption & Entwurf vertieft. Sie dienen auch der Vorbereitung auf künftige Berufsfelder. Das 6. Semester, widmet sich der Planung und Durchführung eines komplexen, interdiszipli­nären Projektes, das in der Bachelorarbeit und der Thesis umgesetzt wird.

Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Design,
Max-Ophüls-Platz 2 96,
44139 Dortmund,
Telefon: 0231/9112-426,
Internet: www.fh-dortmund.de

 

Großer Praxisbezug

An der Fachhochschule Mainz, gliedert sich der Fachbereich Gestaltung in drei Studiengänge Kommunikationsde­sign, Medien-Design und Innenarchi­tektur. Im Kommunikationsdesign lehren 18 Professoren: Typografie, Editorial-Design, Corporate Design, Werbung, Illustration, Fotografie, Interaktives Gestalten, Freies Gestalten und Textgestaltung.

Die Studienpläne gestatten ein fle­xibles Studium nach anwendungsbezo­genen Schwerpunkten. Wer Foto­grafie wählt, muss ein allgemeines Kommuni­kationsdesign-Studium absolvieren, hat in diesem Rahmen dann die Möglichkeit Fotografie als Schwerpunkt zu setzen. Mit fotografischen Arbeiten kann man hier auch seinen Abschluss machen. Im gesamten Fachbereich lernen etwa 400 Studenten.

Die Professur für Fotografie ist mit Stefan Enders besetzt, einem gestandenen Fotojournalisten, dessen Fotos in allen relevanten Hochglanzmagazinen zu sehen sind. Er ist ein Mann der Praxis, denn neben der Lehre arbeitet er weiterhin als Fotograf. Stefan Enders interessiert „die Welt der beobachtenden Fotografie“, wie er sagt. „Durch meine Person spielt der Bereich Fotojournalismus innerhalb der Fotografie eine große Rolle, natürlich eingebettet in Kommunikationsdesign.“ Außerdem hat Buchgestaltung einen großen Stellenwert im Studiengang.

Wohin geht die Reise? „Die materiellen und räumlichen Voraussetzungen zu verbessern – was zurzeit intensiv geschieht“, antwortet Stefan Enders „Mit dem Ziel in kleinen Gruppen intensiv zu arbeiten – mit Studenten, die etwas bewegen wollen“.
Mit dem Sommersemester 2007 star­tete Kommunikationsdesign als Bachelor-Studiengang. Das Programm umfasst sieben Semester, inklusive eines Praxis-Semesters. Damit ist neben der konzep­tionellen Ausrichtung der Lehre auch ein großer Praxisbezug gewährleistet. Das Studium qualifiziert für die verschie­densten Bereiche: vom klassischen Grafik-Design, ob in der Buch- und Magazin-Gestaltung oder der Werbung, über Illu­s­tration und Interaktive Gestaltung bis hin zur Fotografie. Der Bachelor-Studiengang löst den ehemaligen Diplomstu­diengang ab.

Im Focus der Ausbildung steht das Konzept des Designers als Planer und Entwerfer, als Stratege und Künstler. Die Förderung kreativer gestalterischer Fähigkeiten im angewandten Bereich ist daher ebenso üblich wie die Einbeziehung der Erkenntnisse der Kommunikationsfor­schung, der Psychologie, der Kunst- und Kulturgeschichte.

Fachhochschule Mainz,
Holzstraße 36,
55116 Mainz,
Telefon: 06131 – 285 97 –0,
Internet: www.fh-mainz.de

 

Kritische Selbstreflektion

Die Hochschule München verspricht eine Ausbildung, die weder zu theorielastig noch übertrieben anwen­dungsorientiert ist. An der Fakultät für Design studieren 360 Studenten – davon 120 Studenten Fotodesign. Sieben hauptberufliche Hochschuldozenten lehren im Bereich Fotodesign. Der „Bachelor-Stu­dien­gang Design“ gliedert sich in die Studienrichtungen Fotodesign, Industrie­design und Kommunikationsdesign. Bereits 2005 ist der Bachelor eingeführt worden, der Master befindet sich zurzeit in Vorbereitung. Das Studium ist interdisziplinär und projektorientiert angelegt.

„Unsere Ausbildung mit der Studienrichtung Fotodesign ist anwendungsbe­zogen und orientiert sich an den Berufs­verbänden der freiberuflichen Fotografie“, erklärt Dozentin Renate Niebler. „Wir bie­ten das gesamte Spektrum der edito­riellen und werblichen Fotografie an. Das sind Architektur- Landschafts- und Mode­foto­grafie, sowie Bildjournalismus, Expe­ri­­men­telle Foto­grafie, Werbung und Video. Die Studenten durchlaufen alle Bereiche obli­gatorisch. Danach können sie einzelne Berei­che vertiefen bzw. ausschließlich studieren.“

„In meiner Vorstellung von Lehre ist es Aufgabe und Ergebnis eines Studiums, eine kritische Einstellung zu dem eigenen Tun zu fördern. Lernen setzt Fragen und Zweifeln voraus. Im Vordergrund steht dabei die individuelle Persönlichkeitsentwicklung der Studenten. Anhand von konkreten Aufgabenstellungen sollen sie auf eine freiberufliche Tätigkeit vorbereitet werden“, so Renate Niebler. Ausbildungsziel: Die Entwick­lung einer projekt- und anwendungsbe­zogenen und eigenständigen künstle­rischen Arbeit in allen Bereichen des Fotodesign. Neben den praxisbezogenen Fotodesign-Fächern dienen wissenschaft­lich-theoretische Fä­cher der Förderung analytischer Fähigkeiten und historischen Kenntnisse.

Hochschule München, Fakultät für Design – Studienrichtung Fotodesign
Infanteriestraße 14, 80797 München Telefon: 089.1265-4232
Internet: www.hm.edu

 

 

ALLE FOTOSCHULEN IM DETAIL
Umfangreiche und detaillierte Informationen über die Mehrzahl der deut­schen Ausbildungs­stätten für Fotografie hat die Universität Duisburg-Essen zu­sammen getragen. Sie sind unter folgender Internetadresse zu finden:
www.foto-studium.de