FREELENS Magazin #24
Perspektive 2017
Nach wie vor aufregend - Von Margot Klingsporn
Zukunft der Fotografie? Die Fragestellung sollte eher „Die Zukunft der Medien“ heißen. Seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ist Fotografie eng mit der Frage der Veröffentlichung verbunden; und die Veröffentlichung fand fast ausschließlich in Printmedien statt.
Wie auch immer sich die Medien entwickeln werden, ob in zehn Jahren ein Magazin oder eine Zeitung in gedruckter Form noch existieren wird, vermag ich nicht zu prophezeien, aber der Hunger nach neuen Bildern wird wachsen und die „Halbwertszeit“ der Bilder kürzer werden, auf der anderen Seite werden „berühmte“ oder „große“ Fotografien ihren Weg in Bücher und Ausstellungen finden oder wiederveröffentlicht, wenn es Jahrestage zu feiern gibt.
Perspektive 2017
Stillose Bildmenge - von Peter Bialobrzeski
Fotografen werden weiterhin den Zustand der Welt beschreiben und interpretieren. Es wird eine deutliche Trennung zwischen Autor und Dienstleister geben. Das Gros der Berichterstattung über Katastrophen und Kriege wird von Agenturen und Amateuren bewerkstelligt, der interpretierende Autor wird viel zu langsam sein, um beim schnellen Liefern weltweiter, digitaler Daten noch teilhaben zu können. Von den neuen Pressefotografen ist stillose Bildmenge gefragt, die sowohl im Internet als auch auf Zeitungsseiten einen schnellen Hingucker liefert. Gleichzeitig konkurrieren sie mit ihren Lesern, die immer und überall mit Digitalkamera und Handy schneller sein werden. Das nur noch digital und fragmentarisch vorhandene Lebenswerk der neuen Reporter wird im Gegensatz zu klassischen Fotografen wie Lebeck, Moses oder Hoepker fotografiegeschichtlich nur eine Fußnote sein.
