Verein gründet Multimedia-Portal

„Spill The Beans“ ist online

 

Erzähl schon, spuck es aus  – im Englischen „Spill The Beans“ – mit diesem Ausruf und unter diesem Namen ist heute ein neues Portal online gegangen. „Spill The Beans“ will erzählen und zwar mit audiovisuellen Mitteln. Es ist das erste deutsche Forum für Multimedia-Filme im Internet. Auch wenn die Macher in Hamburg beheimatet sind, laufen hier Beiträge aus aller Welt. Allen ist eine gewisse gesellschaftliche Relevanz gemeinsam. Wie international die Website ausgerichtet ist, zeigen die Arbeiten, die zum Start zu sehen sind.

Da ist ein Beitrag des renommierten Fotojournalisten Ed Kashi. „Der Fluch des Schwarzen Goldes“ heißt der Beitrag des US-Amerikaners über Nigeria – Geschichten von Korruption, Gewalt und ethnischen Konflikten. Das Land mit seinen enormen Ölvorkommen im Reichtum schwelgen könnte. Doch die Bevölkerung lebt in Armut, leidet unter der Umweltverschmutzung.

Screenshot der Startseite von „Spill The Beans“ mit dem Beitrag von Ed Kashi im Vorschaufenster

Auch die dänische Multimedia-Agentur „Bombay Flying Club“ ist mit einem Film vertreten. In „Wasteland“ beschreiben sie das Leben der Menschen in einer ruinierten Landschaft. In der einst grünen Region im indischen Jharia wird seit fast hundert Jahren Kohle abgebaut. Die Förderung hinterlässt eine schwarze Wüste, in der die Erde einstürzt und unterirdische Feuer brennen. Die Hölle auf Erden, in der Menschen leben müssen.

Die US-Amerikanerin Brenda Ann Kanneally zeigt eine ganze Serie von Kurzfilmen über Menschen aus einem Stadtteil am Rande New Yorks. Als sie dort wohnte, hatte sie bereits einige der dort lebenden Familien fotografisch begleitet. Mit ihrer Serie „Back On The Block“ kehrt die Fotografin zurück und erzählt deren Geschichten weiter, mit Fotografie, Ton und Film.

Die Tristesse der ukrainischen Schwarzmeerküste fing der polnische Fotojournalist Rafal Milach in eindrucksvollen Bildern ein. „Black Sea Of Concrete“ heißt sein Beitrag, der Werftarbeiter, Marinesoldaten und Matrosenbräute zu Wort kommen lässt. Trotz rostender Hafenkulissen und bröckelndem Ambiente fühlen sie sich wohl.

Die Qualität der Arbeiten dieser renommierten Autoren ist die Messlatte für weitere Beiträge, um die sich das Team von „Spill The Beans“ bemüht. Gern auch aus deutschen Landen. Einige Arbeiten sind bereits im Umfeld der Mitgliedschaft in Arbeit.

„Spill The Beans“ ist kein kommerzielles Unternehmen sondern ein gerade gegründeter Verein, der die Gemeinnützigkeit beantragt hat. Hier kann jeder der multimediale Arbeit vorantreiben oder fördern will mitmachen. Ebenso gibt es keine Beschränkungen an Beiträgen und Autoren – wenn die Qualität stimmt. Um diese zu gewährleisten, und damit keine Klüngelei oder Vereinsmeierei aufkommt, entscheidet allein eine Redaktion darüber, welche Beiträge online gehen und welche nicht. Mitglied in der fünfköpfigen Redaktion sind auch immer zwei Vertreter der Autoren, zurzeit sind es Ed Kashi (Talking Eyes Media) und Henrik Kastenskov (Bombay Flying Club).

Zurzeit ist „Spill The Beans“ noch als Betaversion und mit wenigen Beiträgen online. Doch der Verein hat einige Erweiterungen in der Pipeline, die das Portal neben einer wichtigen Abspielstelle für Multimedia-Filme, auch zu einem Treffpunkt machen soll für Fotografen und Filmer, die sich mit diesem relativ neuen Medienmix beschäftigen.

Hier gehts zur Website: 
http://www.spillthebeans.de


Eingestellt von Manfred Scharnberg in