Web-Photoshop will Bildrechte einheimsen [Update]

Adobe als Bilddatenbank?

 

UPDATE

Adobe rudert zurück: Der Software-Riese kündigt an, die umfassende Rechteeinräumung an Fotos der Nutzer seines Webdienstes Photoshop Express zurück zu nehmen.

Auf Initiative von SPIEGEL ONLINE erklärt Adobe-Sprecher Alexander Hopstein dem Nachrichtendienst gegenüber: „Die Geschäftsbedingungen wurden noch einmal geprüft, wir stimmen zu, dass sie Dinge implizieren, die wir niemals mit den Inhalten unserer Kunden tun würden.“ So schnell es geht, sollen die Klauseln entschärft werden „Unsere Rechtsabteilung arbeitet mit hoher Priorität an neuen Geschäftsbedingungen, die den Photoshop-Express-Nutzern angemessen sind", so Hopstein.

 

MELDUNG VOM 27.3.08:

Dass Software-Unternehmen über das Know-how verfügen, Fotos professionell zu vermarkten, ist bislang nicht unter Beweis gestellt worden. Aber um ein paar Amateurfotos zu verdealen scheint es zu reichen. Dieser Eindruck entsteht, wenn man das neue Geschäftsmodell von Adobe betrachtet. Das Unternehmen will offenbar sein Photoshop als Foto-Shop im Internet nutzen.

Amateurknipser, die mit der kostenlosen Nutzung der Bildbearbeitungssoftware Photoshop Express und zwei GByte Speicherplatz ins Web gelockt werden, müssen bei der Registrierung umfangreichen Geschäftsbedingungen zustimmen, damit sie die Software gratis verwenden können.

Der Knackpunkt dabei: Die Gefahr besteht, dass User versteckte, und erst durch einen zusätzlichen Klick einsehbare, Vertragsbedingungen ahnungslos akzeptieren. Dabei handelt es sich um nichts Geringeres als ein radikales Buy-Out, welches „unbefristet“ und „unabänderlich“ gilt.

Adobe nimmt sich damit das Recht Fotos, die in die öffentlichen Alben eingestellt sind, zu „reproduzieren, verändern, veröffentlichen“ und diese in „anderen Materialien oder Arbeiten in jedem Format und Medium“ zu verwenden. Mehr noch: Adobe kann das Bildmaterial weltweit „an Dritte weiterlizenzieren“ und damit „Einnahmen erzielen“. Der Photoshop-Express-Nutzer geht dabei leer aus.

Diese Bedingungen gehen über alles hinaus, was bisher in solchen Foto-Communities oder Bildertauschbörsen, wie z.B. Flickr, üblich ist, nämlich nur die Verwendung „zu dem Zweck, zu dem diese Inhalte eingestellt wurden“. Adobe allerdings wittert hier wohl ein Zusatzgeschäft, aber ohne dies bekannt zu machen. Doch Geschäftsbedingungen sprechen ihre eigene Sprache – eine eindeutige.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in