Multimedia Produktion für Fotojournalisten

Hamburg, 24.-29.5.2011

Multimedia Produktion für Fotojournalisten  

 

Workshop Multimedia Produktion für Fotojournalisten


 Hamburg, 24.-29.5.2011

Im Zuge von Kosteneinsparungen seitens der Verlage werden Fotojournalisten heute zunehmend mit Anforderungen konfrontiert, die über die klassische Fotografentätigkeit hinaus gehen. Andererseits bieten sich durch die Verknüpfung verschiedener Medien neue erzählerische Möglichkeiten und Märkte. So stehen etwa Brian Storm und Ed Kashi stellvertretend für eine Generation von Multimedia-Produzenten und Fotografen, die in den letzten Jahren die Grenzen des Fotojournalismus erheblich erweitert haben. Auf Webportalen wie MediaStorm (www.mediastorm.org), Bombay Flying Club (www.bombayfc.com) und Spill The Beans! (www.spillthebeans.de) finden sich Produktionen, die durch mutige Kombinationen von Fotografien mit Tonspuren und filmischen Elementen eine neue Intensität vermitteln und sich einem Thema auf verschiedenen Ebenen annähern.

 

Die Ergänzung der Fotografie durch Tonaufnahmen und Filmsequenzen ermöglicht eine sensorisch reichere Erzählweise. So erzählen Bewegtbilder nur durch Gestik und Mimik spezielle Momente intensiver als Stillaufnahmen/Fotografien. Hintergrundgeräusche lassen Orte akustisch in den Köpfen der Zuschauer entstehen, Toninterviews geben den Protagonisten eine Stimme, können eine Geschichte erzählen und Musik sorgt für Assoziation. Zusammen genommen ist der Ton für die emotionale Ebene enorm wichtig.

 

Workshop Multimedia-Produktion für Fotojournalisten

 

Die Erzählform des Multimedia Storytelling wird zunehmend für die Kommunikation im Netz und auf mobilen Endgeräten wie Smart-Phones und iPads benötigt. Doch genauso wie ein Skalpell allein noch keinen Chirurgen macht, macht eine DSLR-Kamera mit Filmfunktion noch lange keinen Multimedia-Produzenten. Dafür sind Fähigkeiten aus 4 verschiedenen Berufen Voraussetzung. Nur wenn die unterschiedlichen Medien nach ihren jeweiligen Stärken gezielt eingesetzt werden, steht am Ende eine gelungene Multimedia-Produktion. Dass es hierfür einen stetig wachsenden Markt gibt, erfahren viele Fotografen mittlerweile in ihrer täglichen Arbeit.

 

Das Seminar „Multimedia-Produktion für Fotojournalisten“ vermittelt grundlegende Kenntnisse für den gezielten Umgang mit Fotos, Bewegtbild, Ton und Schnitt.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Storyentwicklung und die sorgfältige Produktionsplanung multimedialer Projekte gelegt. Nach Abschluss der sechstägigen praxisorientierten Ausbildung sollen die Teilnehmer in der Lage sein, die erlernten Grundlagen selbstständig zu vertiefen und multimediale Projekte zu planen und durchzuführen.

 

 

Elemente des sechstägigen Seminars sind:

 

- Analyse der Stärken und Schwächen von beispielhaften Multimediaproduktionen

- Storyentwicklung und Projektorganisation

- Konzeption und Produktion einer multimedialen Geschichte in Gruppenarbeit

- Grundkenntnisse der Tonproduktion in Interviewsituationen und für Tonatmos

- Intensives praktisches Tontraining (auch unter Extremsituationen) sowohl mit professioneller als auch improvisierter Ausrüstung

- Möglichkeiten, Grenzen und spezielle Arbeitsweisen von DSLR-Kameras in der Filmproduktion

- Praktische Filmübungen mit DSLR-Kameras

- Anforderung an die Fotografie für Multimedia Produktionen

- Einführung in den non-linearen Videoschnitt mit Apple FinalCutPro

- Materialaufbereitung, Datensicherheit und Projekt-Organisation

- Einbinden von Fotos/Grafiken sowie Text/Typografie beim Schnitt

- rudimentäres Color Matching in FinalCutStudio

- Nutzung von Musik. Rechtliche Aspekte/Nutzung von Gema-freien Quellen

- Ausgabe des fertigen Films als Datei, für DVD und Video-Webportale

- Markt und Wirtschaftlichkeit von Multimediaproduktionen

 

Der Workshop hat einen deutlich praktischen Schwerpunkt.

 

Zielgruppe:

Das Seminar richtet sich an Fotografen und Journalisten, die ihren „Werkzeugkasten“ erzählerischer Ausdrucksmöglichkeiten erweitern und intensiv in das „Multimedia Story Telling“ eintauchen möchten.

Wir setzen entsprechende fotografische Grundkenntnisse inkl. Computer-Basiswissen voraus. Die Schulung erfolgt an Mac-Arbeitsplätzen.

Weitergehende Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Da die Teilnehmer in 3er-Teams arbeiten, können auch gerne Print- und Radio – Journalisten und Redakteure teilnehmen.

Um das Optimum aus diesem Seminar zu ziehen, ist es wichtig, sich im Vorfeld gut vorzubereiten. Zu diesem Zweck stellen wir den Teilnehmern eine Liste von Multimediaprojekten zur Verfügung.

Das Seminar beinhaltet viel Lehrstoff und jede Menge Möglichkeiten, Fehler zu machen und daraus direkt zu lernen. Bitte rechnet mit langen, anstrengenden Tagen!

Jeder Teilnehmer bringt wenn möglich Laptop, Kameraausrüstung, Kopfhörer und -  wenn vorhanden - Tonaufnahmegerät, Mikrofon und DSLR mit Filmfunktion mit.

Einige Tonrekorder, Kabel, Mikrofone, sowie 3 Gruppenarbeitsplätze mit Final Cut Pro sind vorhanden.

 

Dozenten:

Oliver Eberhardt (Jahrgang 1968)

www.filmduene.de

Filmemacher, Kameramann, Multimedia-Producer, Dozent/Apple Certified Professional

M.A. Angewandte Kulturwissenschaften Musik/Marketing/Kulturinformatik, Universität Lüneburg. B.A. Journalismus/Marketing, Angelo State University, TX/USA.

Mitglied der Multimedia-Plattform www.spillthebeans.de

Seit dem Studium als Dozent für die Grundlagen der Filmproduktion und Videoschnitt tätig.

Einsatz als freier Multimedia-Producer u.a. bei Universal Music Group und Geo Online.

Langjährige filmische Erfahrungen in den Genres Dokumentation, Imagefilm, Live-Events, Kurzfilm und Musikvideo. Schwerpunkt Webproduktion.

U.a. diverse internationale Produktionen in verschiedenen europäischen Ländern sowie Ägypten, Indien u. den USA.

 

Uwe H. Martin (Jahrgang 1973)

www.uwehmartin.de

freier Fotograf und Multimediaproduzent, Initiator und Gründungsmitglied von www.spillthebeans.de

Arbeitet schwerpunktmäßig an selbstrecherchierten Langzeitdokumentationen über ökonomische,ökologische und medizinische Themen. Seit 2007 realisiert er eine multimediale Reportage über die sozialen und ökologischen Auswirkungen der globalen Baumwollproduktion, die Fotografie und Dokumentarfilm miteinander kombiniert.

Uwe H. Martin studierte Fotojournalismus an der FH Hannover und mit Unterstützung eines

Fulbrightstipendiums in den USA. Angeregt durch Multimediaseminare an der Missouri School of Journalism (u.a. Brian Storm) erweiterte er nach seiner Rückkehr seine Diplomarbeit (2005/2006) über das Alltagsleben von Menschen mit Narkolepsie durch Audiointerviews. Dieses Thema entwickelt er heute weiter zu einem Dokumentarfilm mit dem Titel ‚Sleeping through the day‘.

Neben seiner fotografischen Praxis schreibt Uwe H. Martin für das Freelens Magazin über internationale

Medienthemen und Multimediajournalismus. Schon während des Studiums unterrichtete er zwei Jahre lang Fotografie an der FH Hannover und mehrmals in Pathshala in Dhaka, Bangladesch.

 



 


Dateien

Anhang
multimedia_2011_04.pdfmultimedia_2011_04.pdf