Freischreiber – das FreeLens Modell für Autoren
Freie Textautoren gründen ihre eigene Organisation
Die Idee von FreeLens stand Pate bei der Initiative zur Gründung einer wirksamen Interessenvertretung für freiberuflich arbeitende Autoren. Am 15. November soll der Gründungskongress von Freischreiber – so der Arbeitstitel des Verbandes – in Berlin stattfinden. In der Präambel zum Entwurf des zu diskutierenden Gründungspapiers heißt es: „Im Prinzip können wir uns nicht beklagen, denn wir sind in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. So wichtig, dass es ohne uns nicht mehr geht: Journalismus ohne freie Journalisten wäre heute undenkbar. Der Anteil unserer Arbeit am Zustandekommen von Magazinen, Tageszeitungen, Fernseh- und Radiosendungen ist gestiegen, und er wird weiter steigen. Viele Magazine werden heutzutage von Rumpfredaktionen betreut, die Inhalte liefern wir. In Tageszeitungsredaktionen würde eine merkwürdige Stille herrschen, wenn alle freien Mitarbeiter frei nehmen würden. Rundfunkanstalten müssten den Betrieb einstellen, wenn sie ihre Freien nicht hätten.“
Doch diese Zustandsbeschreibung steht im krassen Gegensatz zur aktuellen Entwicklung. Die Rahmenbedingungen für die Arbeit freier Journalisten haben sich so sehr verändert, dass Qualitätsjournalismus für Freie immer mehr zu einem Zuschussgeschäft wird, weil der Aufwand nicht mehr angemessen honoriert wird.
Freischreiber schreibt: „Journalismus ist unser Beruf. Er ist kein bezahltes Hobby und keine alimentierte Nebenbeschäftigung. Wer Qualität will, muss angemessen bezahlen. Nur so kann das Niveau gehalten werden, nur so kann die Aufgabe des Journalismus in der Demokratie erfüllt werden.“
Die Journalisten, die bereits im Dialog und in intensiver Vorbereitung stecken, können sich über mangelnde Resonanz nicht beklagen. Sie „wollen die Asymmetrie aufheben, die sich in das Verhältnis zwischen Redaktionen und freien Autoren eingeschlichen hat. In Zukunft wollen wir Verlagen und Redaktionen auf Augenhöhe begegnen, um gemeinsam das zu schaffen, was wir nur gemeinsam erreichen können: einen erstklassigen Journalismus. Kreativ, überraschend, informativ, ernsthaft, unterhaltsam – und anständig honoriert“, fordert ihre Diskussionsgrundlage.
Der Verband will freie Journalisten untereinander vernetzen, ihre Interessen in der Öffentlichkeit vertreten. Zum Konzept des Verbandes gehört eine Selbstverpflichtung der Mitglieder. Sie zieht eine deutliche Trennlinie zwischen PR und Journalismus. Umfangreiche Leitlinien zur Professionalisierung des Berufes sind in Arbeit. Aber auch Erwartungen an die Auftraggeber formuliert Freischreiber. Das reicht von angemessener Honorierung über zeitnahes Umgehen mit Themenvorschlägen, bis hin zum verantwortlichen Umgang mit den gelieferten Beiträgen.
.
Die nächsten Termine für ihre Regionaltreffen: 7. Oktober Berlin, 14. Oktober Köln, 18. Oktober Stuttgart.
Kontakt:
Kai Schächtele (stellvertretend für das Organisationsgremium)
schaechtele -at- weltreporter.net
030 - 322 970 550 / Büro
zimmermann -at- weltreporter.net
stieber -at- gmx.de
Eingestellt von Manfred Scharnberg in