Deutsche Pressefreiheit im Mittelfeld
Aktuelle Rangliste von Reporter ohne Grenzen
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat, wie in jedem Jahr, eine Rangliste über den Zustand der Pressefreiheit in den Ländern dieser Erde aufgestellt. Die ersten 20 Ränge besetzen, bis auf Kanada und Neuseeland, europäische Länder. Bei den EU-Ländern nimmt Luxemburg mit Platz eins den besten und Bulgarien (Platz 59) den schlechtesten Rang ein. Der Regierung sei es dort bisher nicht gelungen, Korruption und Gewalt einzudämmen. Journalisten müssen Übergriffe von politischer wie krimineller Seite fürchten, so Reporter ohne Grenzen. Italien (44.) und Spanien (36.) erreichten ebenfalls nur mittelmäßige Wertungen. „Bei Italien ist das derzeitige politische Klima und die mangelnde Sicherheit von Journalisten, die zur Mafia recherchieren, ausschlaggebend. In Spanien schüchtert die baskische ETA Journalisten ein. In Frankreich (35.) fanden Haus- und Redaktionsdurchsuchungen statt. Journalisten wurden vorgeladen und angeklagt. Zwei Journalisten wurden festgenommen“ so die Argumentation von Reporter ohne Grenzen.
Deutschland kam nur auf Platz 20 und landete damit im Mittelfeld. ROG nahm Punktabzug vor für Folgendes: Regelungen, die den Quellenschutz gefährden, die Vorratsdatenspeicherung, den Entwurf eines neuen BKA-Gesetzes. Auch die Überwachung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst spielten eine Rolle. Gewalttätige Übergriffe auf Journalisten durch Rechtsextremisten, der verbesserungswürdige Zugang zu öffentlichen Informationen sowie der Druck von Anzeigenkunden auf Redaktionen bewogen ROG ebenfalls zu negativen Wertungen.
Die letzten Plätze unter den 169 Ländern erreichten Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. .
Die komplette Rangliste ist unter folgender Adresse zu finden: http://www.reporter-ohne-grenzen.de/index.php?id=217
Eingestellt von Manfred Scharnberg in