115 Beschwerden zur Loveparade-Berichterstattung

Bilder, wider die journalistische Ethik?

 

Wie eine Sprecherin des Deutschen Presserates berichtete, sind bei dem Gremium – das bedenkliche Berichterstattung rügt – kurz nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg bereits 115 Beschwerden eingegangen. Gegen wen richten sich diese Beschwerden wohl? Richtig – fast ausschließlich gegen Bild.de oder die Bild-Zeitung.

Bei den Beschwerden gehe es darum, dass diese Publikationen detaillierte Fotos veröffentlichten bei denen oftmals Opfer erkennbar seien. Der Vorwurf: Dies verstoße gegen Ziffer 11 des Pressekodex, nach dem Presseorgane eine „unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid“ unterlassen sollen.

Besonders Bild.de tat sich offenbar dabei hervor, statt Nachrichten, vor allem Gänsehaut zu übermitteln. So lautet denn auch eine Bildunterschrift: „Ein Foto, das Gänsehaut vermittelt - zwei Tote am Haupteingang“. Die Redaktion hatte auf ihrer Internetseite Fotos von nur notdürftig mit Tüchern zugedeckten Leichen veröffentlicht, was bei etlichen Lesern Unmut hervorrief. Dass etliche Blogger Links zum Beschwerdeformular des Presserates setzten, ist sicherlich Ursache für die hohe Anzahl an Beschwerden innerhalb so kurzer Zeit. Auch wenn die Erkenntnis reichlich spät kommt, riefen manche Blogger zum Bild-Boykott auf.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in