FREELENS Magazin Nr. 29 erscheint

Drei Verbände gestalteten es gemeinsam

 

Das neueste FREELENS Magazin ist im Versand. Die Ausgabe Nummer 29 ist eine ganz besondere, nämlich die erste Gemeinschaftsproduktion der drei Urheberorganisationen Freischreiber e.V., Illustratoren Organisation e.V. und FREELENS e.V. Fast die Hälfte des Heftes ist dem Schwerpunkt „Buy-Out“ gewidmet – ein Thema, das allen freien Mitarbeitern unter den Nägeln brennt.

„Derzeit“, so Kai Schächtele, Vorsitzender des Berufsverbandes der freien Journalisten, „versuchen die Medienunternehmen fast überall, die Rechte von Urhebern einzuschränken. Sie pressen ihren freien Mitarbeitern alle Nutzungsrechte zum Preis eines einzigen Dumpinghonorars ab, weil sie wissen, dass die einzelnen Mitarbeiter sich dagegen nicht wehren können. Doch diese Buy-Out-Praxis gefährdet auf Dauer unsere Existenz.“ Was sich in der Verlagskrise um die Jahrtausendwende bereits abgezeichnet habe, setze sich nun, in der gegenwärtigen Finanz- und Printmedienkrise, verschärft fort. Das rücksichtslose, wenig partnerschaftliche Vorgehen der Verlage zeigt das FREELENS Magazin anhand vieler Beispiele auf.

„Egal ob freie Fotografin, Illustrator oder Autor - in vielen Gesprächen haben wir festgestellt, dass alle kreativen Freiberufler gleichermaßen von den Knebelverträgen betroffen sind“, sagt Tim Weiffenbach, Vorsitzender der Illustratoren Organisation. „Es gibt lediglich graduelle Unterschiede zwischen den Auftraggebern.“

Für Manfred Scharnberg, den Chefredakteur des FREELENS Magazins, war dies der Grund, die Problematik einmal berufsübergreifend darzustellen: „Was Fotografen schon lange praktizieren, nämlich über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, täte allen Freien gut.“ Besonders erfreut zeigt sich Scharnberg, dass gleich das erste Gemeinschaftsprojekt „ein so tolles Ergebnis“ erbracht hat. „Hier setzen Fotografen, Journalisten und Illustratoren ein gemeinsames Ausrufezeichen. Denn es wird nicht nur kritisiert, es werden auch Wege in die Zukunft gezeigt“ - wenn es sein muss, ohne die Verlage.

Der Heft-Schwerpunkt wurde von den drei Urheber-Verbänden gemeinsam entwickelt. Mitgewirkt haben Ulrike Langer, Inga Pabst, Eva-Maria Schnurr, Wolfgang Michal, Stefan Niggemeier und Lars Reppesgaard (als Texter), Dominik Butzmann und das Duo Valeska Achenbach & Isabela Pacini (als Fotografinnen) sowie Sarah Burrini, Joanna Hegemann, Dieter Jüdt und Jan Philipp Schwarz (als Illustratoren).

Cover des neuen FREELENS Magazin. Foto:Achenbach & Pacini. Gestaltung: BARTOS KERSTEN Printmediendesign.

Hier die Themen des gesamten Heftes:

Risse an der Buy-Out-Front
Sittenwidrig: Vertrags-Ehen vor Gericht

Freiberufler müssen Druck ausüben
Ex-Justizministerin Brigitte Zypries macht Freien
Mut – im FREELENS-Exklusiv-Interview

Der Buy-Auto-Vertrag — Irgendwie komisch

Helden der Arbeit
Über die Doppelmoral der Verleger

Alles Copyright oder was?
Was gilt deutsches Urheberrecht in einer
globalisierten Medienwelt?

Im Dschungel der Abhängigkeiten
Mangelnder Geschäftssinn kann teuer werden

Es geht auch ohne Verleger
Schluss mit dem Lamento. Elf Modelle, wie wir
auch in Zukunft überleben können

Wenn das eigene Bild verschwimmt
Michael Hagedorns Langzeitprojekt über Menschen
mit Demenz eröffnet neue Perspektiven

Ich kämpfe für meine Bilder
Fotos im Internet verbreiten? Michael Bernhard
sagt nein und legt sich mit Goggle an

Marktplatz Suchmaschine
Jürgen Stumpe – Experte für Online-Vermarktung

Aggreys Traum
Ein Fotograf sorgt im Armenviertel von Mombasa
mit seiner Kamera für Hoffnung

Recht: Fotografierverbot, Urhebernachweis

Nazis küssen
Ein irritierendes Bild und seine Geschichte

Vernünftige Lösung
Der Stern und das neue Honorarmodell

Wird das Standard Raw zum Raw-Standard?
Kameraproduzenten aller Länder, einigt euch!

Bücher: Andrej Krementschouk, 24h Berlin


Eingestellt von Manfred Scharnberg in