Jeder kann Verleger werden

MagCloud druckt Magazine auf Bestellung

 

Nach alternativen Publikationskanälen suchen heutzutage viele Fotojournalisten, ob sie nach neuen Erwerbsmöglichkeiten trachten, oder eigene Erzählformen realisieren wollen. In den USA hat der IT-Konzern Hewlett-Packard dazu ein Portal geschaffen, das jeden Kreativen zum Verleger macht. Der Web-Dienst MagCloud, der auch für Europa geplant ist, druckt Lesern Magazine auf Bestellung aus. Blattmacher können ihre Produkte – also fertig layoutete Bild-Text-Seiten – als PDF kostenlos bei http://magcloud.com einstellen. Potentielle Leser suchen sich unter den Angeboten, die nach Rubriken sortiert sind, mit Hilfe von Previews ein Magazin aus, das sie sich gegen Entgelt printen lassen können. HP selbst verlangt 20 US-Cent pro gedruckter Seite. Für jedes Magazin wird allerdings je nach Umfang ein Komplettpreis angegeben, der den Autoren finanzielle Möglichkeiten erschließt.

Beispiel aus der Rubrik Fotografie: Das Magazin des Fotografen Christopher Wilson

„Wir wollen euch helfen, eure eigenen Magazine zu veröffentlichen. Alles, was ihr hierfür machen müsst, ist, ein PDF hochzuladen und wir kümmern uns um den Rest“ heißt es auf der MagCloud Seite. Mit dieser Idee werden die hohen Einstiegskosten für Druck und Vertrieb, die ein eigenes Magazin normalerweise benötigt, umgangen. Gedruckt wird nur was wirklich gelesen wird. Und das ohne Eigenkosten für den Produzenten. Für Hewlett-Packard ist es ein neuer Geschäftszweig, der sich als eine Art YouTube für Printprodukte entwickeln soll.

CITYSNAPS, das Projekt von Brad Evans, pflegt in San Francisco Street Photography.

Ein Wermutstropfen: Noch befindet sich MagCloud in der Beta-Testphase. Und bislang steht der Online-Service nur in den englischsprachigen Ländern USA, Kanada und Großbritannien zur Verfügung. Da parallel Vertriebswege aufgebaut werden müssen, wird man vermutlich erst einmal den Erfolg in den USA abwarten, bis man das Angebot auf Europa ausweitet – geplant sei dies aber. Die Idee jedenfalls scheint viel versprechend.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in