Neues Wirtschaftsmagazin: „enorm“ [Update]

Soziale Geschäftsmodelle stehen im Focus

 

UPDATE

Ab Donnerstag den 18. März ist das Magazin am Kiosk

Mit Themen rund um ethisches Wirtschaften und soziale Geschäftsmodelle will die eigens gegründete Social Publish Verlaggesellschaft mbH Leser für ihr Magazin gewinnen, das am 18. März zum ersten Mal am Kiosk liegen soll. Die Zeitschrift heißt „enorm“ und ist nach eigenen Angaben ein „Neues und unabhängiges Magazin für wirtschaftlich und sozial interessierte Menschen, die sich von der Idee des Social Business begeistern lassen.”

Doppelseite aus der ersten Ausgabe von „enorm“

Mit einer Druckauflage von 80.000 und einem Copypreis von 7,50 Euro soll das Blatt viermal im Jahr erscheinen. Enorm mutig, denn der Markt der Wirtschaftzeitungen verzeichnete in den letzten Jahren enorme Umsatzeinbußen. Das gilt allerdings vor allem für Zeitschriften, die lange das hohe Lied auf den ungezügelten Kapitalismus sangen. Nach der Bankenpleite ist das obsolet.

Einzig verbliebener und sogar neu gelauchte Vertreter der Ellbogenwirtschaft scheint Business Punk zu sein. Demnach muss Hochstapelei und Betrug wohl so richtig hip sein. Der angenehme Gegenpart, brandeins, setzt eher auf Verantwortung im Business und fährt damit enorm erfolgreich. Das war wohl auch ein Ansporn für „enorm“ eine ähnlich inhaltliche Orientierung einzuschlagen wie der Marktführer unter den Wirtschaftsmagazinen – das ist brandeins, das Blatt das früher kein Verlag so richtig lieb haben mochte, nämlich inzwischen.

Doch was man von „enorm“ hört, steckt hinter dem Gründergedankem wohl mehr als der Aspekt des üblichen Marktlückenfüllens. Selbst will der Verlag mit gutem Beispiel vorangehen und unterwirft sich eigenen "Social-Business Grundsätzen". Mögliche Gewinne sollen wieder in die Entwicklung der Marke gesteckt werden oder in die Förderung sozialer Projekte fließen.

 Titelbild der ersten „enorm“ Ausgabe

Chefredakteur von „enorm“ ist Thomas Friemel, der bereits bei der "Hamburger Morgenpost",  "Matador" und "Player" als stellvertretender Chefredakteur gearbeitet hat. Alexander Dorn ist hier Verlagsgeschäftsführer. Auch er war zuvor bei der "Hamburger Morgenpost" tätig, wie auch beim Jahreszeiten Verlag. Die Art Direktion hat der Mitgesellschafter Carsten Hermann inne. Weitere Namen: Stellvertretende Chefredakteurin Oda Albers sowie Autorin Stefanie Wilke. Die Inhalte sollen vornehmlich von freien Mitarbeitern kommen.

Hinter dem Magazinprojekt steht ein Finanzier. Es ist David Diallo, Gründer des Web 2.0-Startups Myphotobook.com. Ihm mangelt es offenbar nicht an Geld, denn er hat das Portal inzwischen an Holtzbrinck verkauft.


Doppleseite aus „enorm“ zu einer Geschichte über die „Eltern AG“

„Wirtschaft für den Menschen“ lautet der Untertitel von „enorm“. So schreibt Chefredakteur Thomas Friemel in seinem ersten Editorial: „Der Kapitalismus hat sich zu einem Raubtier entwickelt und hat nicht das gehalten, was den Menschen versprochen worden ist.“ Dennoch wird wohl nicht wild um sich gebissen. „Das Magazin enorm ist ausdrücklich kein Aufklärmedium, es gibt keine erhobene Zeigefinger, es will nicht unmittelbar bewerten und anprangern, sondern neutral und überparteilich über die neue Wirtschaftsform und seine Möglichkeiten in seiner ganzen Breite berichten.“

Eine Promotion-Ausgabe kann man unter http://www.enorm-magazin.de/enormmagazin/htdocs/promotion/ anfordern


Eingestellt von Manfred Scharnberg in