„Wired“ tarnt Promotion
Die erste deutsche Ausgabe ist auf dem Markt
Lange war davon die Rede, ob das amerikanische Kultmagazin Wired auch als deutsche Ausgabe erscheint. Nun ist es draußen, zwar noch im Bundle mit GQ, doch bald soll es auch als separates Heft heraus kommen. Dann soll Wired für 3,80 Euro zu haben sein, die App für 2,99 Euro. (Das GQ-Bundle kostet 5 Euro) Das von einem Team um Thomas Knüwer in relativ kurzer Zeit entwickelte Magazin erhielt allgemein recht gute Kritiken. Nur einige Rezensenten forderten längere Texte und ein weinig mehr Blattmacherischen Mut, etwa wie es die amerikanische Ausgabe vormache. Besonders gut kamen allgemein die Aufmachung und die Haptik an.
Doppelseite aus dem deutschen „Wired“. Optisch macht das Blatt etwas her.
Soweit so gut. Problematisch ist allerdings die getarnte Werbung im Heft. Statt eine klare Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten zu vollziehen, hat die deutsche Wired etliche Promotion-Anzeigen wie Artikel gestaltet. Die PR ist eigentlich nur für Fachleute erkenntlich, denn einige bezahlte Inhalte sind sogar mit Magazin-Rubrikennamen wie „Wired Notes“ versehen. Denn wer achtet schon auf die Hinweise „Wired Promotion” und „Anzeige” in den Ecken, wenn die Seiten in redaktioneller Aufmachung daher kommen. Der Autokonzern BMW belegt dabei vier Seiten, die den Eindruck eines redaktionellen Artikels erwecken. Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht die Zukunft der Magazinlandschaft werden wird.

Cover der ersten deutschen Ausgabe.
Eingestellt von Manfred Scharnberg in

