Zerreißprobe beim Spiegel

Fliegt Spiegel Geschäftsführer Frank?

 

Möglicherweise wurden auf der Vollversammlung der Spiegel-Mitarbeiter am 6. Mai die Weichen dafür gestellt, dass nach Aust nun auch der bisherige Spiegel-Geschäftsführer Mario Frank seinen Hut nehmen muss.

Nachdem letzte Woche die Mitarbeiter KG des Spiegel dem Geschäftsführer Frank das Misstrauen ausgesprochen hatte, begann ein Tauziehen um die Macht im Hause. Kritikpunkt ist offenbar Franks Führungsstil. Beispiele: Insider berichten über eine lautstarke Besprechung zwischen Frank und den neuen Chefredakteuren Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron. Frank soll die beiden daraufhin als „arrogant“ bezeichnet haben. Sie hätten nämlich seinen Plan abgeschossen, im Inhaltsverzeichnis des Spiegel eine Dauer-Anzeige zu platzieren. Außerdem soll Frank versucht haben, Eva Herman als Testimonial für Spiegel-Wissen ins Blatt zu rücken - ein Fauxpas in den Augen der Redaktion.

Das Misstrauensvotum der Mitarbeiter KG, die mit 51 Prozent Mehrheitseigner des Spiegel ist, wäre normalerweise ein glatter Rauswurf. Anders beim Spiegel, denn der Gesellschaftervetrag sieht eine 76-Prozent-Mehrheit für die Besetzung des Geschäftsführer-Posten vor. Minderheitseigner Gruner+Jahr winkte ab und hält an Frank fest. G+J Chef Bernd Kundrun sprach seinem langjährigen Mitarbeiter Frank vehement das Vertrauen aus: „Mario Frank genießt unser volles Vertrauen und steht in keiner Weise zur Disposition“, sagte Kundrun der Nachrichtenagenur dpa.

Auf der Vollversammlung der Spiegel-Mitarbeiter KG soll es heute nun wieder Zustimmung der Mitarbeiter zum Misstrauensvotum gegeben haben. Um den Konflikt um die Ablösung Franks beizulegen, will Mitarbeiter KG Geschäftsführer Armin Mahler nun ein Gespräch mit Kundrun suchen.


Eingestellt von Manfred Scharnberg in