Die ZEIT will Buy-Out Verträge überarbeiten

Erfolg für Freischreiber Aktion

 

UPDATE:

Nach der Aktion von Freischreiber, haben auch DJV und Ver.di reagiert und vor dem Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung gegen die Rahmenvereinbarungen der ZEIT erreicht. Die Total-Buy-Out-Klauseln sind damit nun auch offiziell vom Tisch.

URSPRÜNGLICHR MELDUNG:

Dass auch der ZEIT-Verlag neue Verträge mit weit reichenden Rechteübertragungen seit kurzem ihren Autoren zur Unterschrift präsentiert, rief in der Branche Erstaunen hervor. Hatte Chefredakteur Giovanni di Lorenzo doch noch vorher in einem Interview mit dem „medium magazin" gesagt: „Ökonomische Grundsicherheit ist auch im Sinne von Qualitätsjournalismus."

Auf die neuen Veträge reagierte die Autorenorganisation Freischreiber mit einen Brief an die Chefredaktion der ZEIT und die Geschäftsführung des ZEIT-Verlages. Dieser ist unterzeichnet von über 50 freien Autoren, die zum Teil schon seit vielen Jahren für den ZEIT-Verlag arbeiten. Die Unterzeichner sähen sich „außerstande, zu den geforderten Konditionen weiterhin eine Qualität zu liefern, die Ihren, unseren und den Qualitätsansprüchen der Leser genügt". Sie fordern einen „fairen Rahmenvertrag, der beiden Seiten gerecht wird."

Inzwischen hat Giovanni di Lorenzo reagiert, mit einem Brief, der auf der Freischreiber Website veröffentlicht ist. An den Freischreiber-Vorstand Kai Schächtele schreib er: „Die Kritik aus Ihren Reihen, aber auch manches Gespräch bei uns im Hause, hat uns veranlasst, die Rahmenbedingungen noch einmal zu überprüfen." Sein Haus werde die Verträge in den nächsten Wochen „überarbeiten und in mehreren Punkten ändern“ und zwar so, „dass diese Ihren Bedenken und Ihren Einwänden Rechnung trägt". Bei Freischreiber hofft man, dass es „die ZEIT mit diesem Vorstoß ernst meint“ und dass nicht „alte Buy-Out-Wünsche nur in neue Formulierungen gepackt werden.“


Eingestellt von Manfred Scharnberg in