Reporter als Terroristen vor Gericht
Fotojournalisten in Äthiopien in Haft
Am Dienstag, den 18. Oktober, hat in Äthiopien der Prozess gegen zwei schwedische Journalisten begonnen. Der Fotograf Johan Persson und der Journalist Martin Schibbye, die für die Agentur Kontinent arbeiten, wurden im Juli 2011 in der äthiopischen Region Ogaden festgenommen. Sie berichteten über Menschenrechtsverletzungen im Land. Beiden Journalisten wird vorgeworfen, sich terroristischer Verbrechen schuldig gemacht zu haben, es droht ihnen jetzt eine Haftstrafe von bis zu 40 Jahren.

Verhaftet: Journalist Martin Schibbye und Fotograf Johan Persson
In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen rangiert Äthiopien weit hinten auf Platz 139. Dort wurden in den letzten drei Monaten bereits sechs ausländische Journalisten inhaftiert. Die äthiopische Regierung schränkt die Meinungs- und Pressefreiheit Mithilfe neuer Anti-Terror-Gesetze immer weiter ein.
Laif, die deutsche Partneragentur von Kontinent, schreibt dazu: „laif ist sehr besorgt und beunruhigt. Gleichwohl denken wir, dass es, um immer wieder auf Missstände hinzuweisen – so wie hier z.B. den eklatanten Mangel an Pressefreiheit in Äthiopien – und um diese Tatsachen in die Öffentlichkeit zu bringen, außerordentlich wichtig ist, in geschlossene Regionen zu gehen und aus ihnen heraus zu berichten. Nur durch die Arbeit der Journalisten, die die Gefahr und das Risiko bewusst auf sich nehmen, werden die Machenschaften der Regierungen in solchen Gebieten ans Tageslicht gebracht.“
Eingestellt von Manfred Scharnberg in

