Reportageworkshop mit Gerd Ludwig
Hamburg, 14.-19.9.2011
Reportageworkshop mit Gerd Ludwig
Hamburg, 14.-19.9.2011
Die Reportage
Die große Reportage ist das Sahnehäubchen bildjournalistischer Arbeit. Im Rahmen unseres Workshops-Programmes wollen wir während dieses einwöchigen Workshops die Konzeption und Realisierung einer Reportage lehren. Dafür konnten wir erneut Gerd Ludwig gewinnen. Er ist der einzige deutsche Fotograf, der regelmäßig für das amerikanische Magazin National Geographic arbeitet, das für viele Fotografen wegen der hohen Fotoqualität noch immer als der Olymp der Magazinfotografie gilt.
Unter Bedingungen, wie sie normalerweise für einen Magazinjob in Deutschland gelten, müssen die Teilnehmer nach einer Woche eine Reportage in 8-12 Bildern präsentieren. Die individuellen Themen werden gemeinsam mit Gerd Ludwig am ersten Tag entwickelt und die gemachten Fotos werden täglich von ihm besprochen und korrigiert.
Dieser intensive 6-Tagesworkshop konzentriert sich auf die strukturellen, logistischen, technischen und ethischen Aspekte von Reportagen, in denen sich wahrheitsgetreue Wiedergabe, persönliche Sicht und individueller Stil die Waage halten. Dabei werden die unterschiedlichen Gestaltungsmerkmale von Reportagen, Essays und Serien beleuchtet. Es wird aufgezeigt, wie mehrere Auftragsarbeiten zu einem Langzeitthema gebündelt werden, das dann in einem Ausstellungsprojekt und einem Buch einen Abschluss finden kann.
Nach den individuellen Portfolio-Besprechungen und Diskussionen in der Gruppe wird Gerd Ludwig offen über seine Technik und persönlichen Ansätze sprechen, die er bei seinen eigenen Reportagen für National Geographic und andere Publikationsorgane anwendet. Es wird um Themen wie die Recherche und den Erzählansatz einer Geschichte gehen, wie man sich einem Thema nähert und das Vertrauen von Personen gewinnt. Darüber hinaus werden die Wahl der Objektive, die Bedeutung von Farbe in der Komposition und der Einsatz von Blitzen zum Einfangen von Atmosphären und Stimmungen erörtert.
Weitere Themen werden der Wahrheitsgehalt und der zulässige Grad der Einflussnahme auf Situationen sein. Gerd Ludwig wird detailliert die Arbeitsweise der Fotografen von National Geographic erläutern, die oft sehr lange an entlegenen Orten arbeiten müssen. Dazu gehören u.a. die Lagerung und Sicherung der Fotoergebnisse, der Post-Production-Workflow bei tausenden von Fotos, die Beschriftung, das Foto-Editing und die Präsentation in der Chefredaktion. Er wird auch darüber Auskunft geben, wie er seine Reportagen nach der Erstveröffentlichung für den Verkauf im Zeitschriften-Markt aufbereitet.
Seit kurzem werden im Bereich der Kunst und Kultur zunehmend Projekte per Crowdfunding finanziert. Seit seiner erfolgreichen Tschernobyl-Kickstarter Kampagne gehört Gerd Ludwig international zu den Pionieren dieser neuen Finanzierungsmethode von Fotoprojekten. Er wird ausführlich erläutern, wie diese Form der Finanzierung funktioniert und wie Fotografen sie nutzen können.
Gerd Ludwig steht während des gesamten Workshops für individuelle Gespräche und Bewertungen zur Verfügung. Außerdem wird er einen Gast aus einer großen deutschen Redaktion präsentieren, der aus seiner Sicht erläutert, worauf er bei Fotografen wert legt.
Seien Sie bereit für lange, spannende Arbeitstage
Die Zielgruppe
Bitte erwarten sie keinen Grundkurs in Fotografie und keinen Photoshopkurs. Der Workshop richtet sich an Fotografen, die mit ihrem Handwerkszeug bereits umgehen können, sich aber in das Thema Reportage vertiefen wollen und dabei in der Gruppe und zusammen mit Gerd Ludwig über sechs Tage intensiv arbeiten wollen.
Zu Gerd Ludwig
Geboren in Alsfeld/Hessen. Studierte zunächst Germanistik, Sport und Politik-Wissenschaft an der Universität Marburg, dann abrupter Studienabbruch. Einjähriger Aufenthalt in Skandinavien und den USA mit Gelegenheitsjobs als Maurer, Seemann und Tellerwäscher.
Nach der Rückkehr nach Deutschland fotografisches Praktikum in Giessen und Studium der Fotografie bei Prof. Otto Steinert an der Folkwangschule/ Universität Essen mit Abschluss als graduierter Foto-Designer. 1974 Mitbegünder der Fotografen-Agentur VISUM und bald danach Auftragsarbeiten weltweit für Spiegel, Stern, Geo, Zeit-Magazin, Art, und viele andere.
1983 Umzug nach New York und umfangreiche Fotoreportagen für Time, Life, Newsweek, Fortune, New York Magazine, Esquire, Sports, Geo, Stern und National Geographic. Umzug nach Los Angeles im Jahre 1992 und National Geographic Vertragsfotograf mit Arbeitsschwerpunkt in Europa und der ehemaligen UdSSR.
In 2001 erscheint in den USA sein Buch Broken Empire – After the Fall of the USSR als 10-Jahresretrospektive der sozialen, ökonomischen und politischen Umwälzungen in der ehemaligen Sowjetunion (Deutscher Titel: Russland – Eine Weltmacht im Wandel). Im Jahr 2006 erhält er in New York den Lucie Award als International Photographer of the Year, eine Auszeichnung, die in den USA als Oscar der Fotografie gilt.
Heute fotografiert Gerd Ludwig, der seit einigen Jahren in Hollywood lebt, vornehmlich für National Geographic - manchmal für andere renommierte Zeitschriften und Buchprojekte und auch gelegentlich für Werbeagenturen. Er doziert an Universitäten und unterrichtet bei Workshops weltweit und seine Fotos werden international in Galerien und Museen ausgestellt. Er ist jetzt Mitglied von INSTITUTE for Artist Management.
Eingestellt von Lutz Fischmann in
Dateien
| Anhang | |
|---|---|
| ludwig_reportage1_2011_09.pdf |

