Rückblick
Alle Ausstellungen der FREELENS Galerie
Davide Monteleone
Davide Monteleone
Red Thistle
4. November – 23. Dezember 2011
Eröffnung: Donnerstag, 3. November 2011, 19.00 Uhr
Davide Monteleone, Gewinner des European Publishers Award 2011 und des FreeLens-Award 2010, stellt erstmals seine Fotografien aus der Serie ”Red Thistle – the Northern Caucasus Journey” in Deutschland aus.

”Red Thistle” – Die rote Distel ist das Symbol der kaukasischen Kämpfer und als solches auch ein Zeichen für Unabhängigkeit und Freiheit in einer Region, die schon seit Jahrhunderten umkämpft ist. Anfang 2008 hat Davide Monteleones lange Reise durch den Nordkaukasus begonnen.

Sein Ziel war es, mit der Fotokamera zu erforschen, wie man an einem Ort leben kann, wo Explosionen, Entführungen und Extremsituationen alltäglich geworden sind. Gefunden hat er Menschen in einem Wartezustand, hoffend auf Veränderung, auf Demokratie, Modernität und vor allem Normalität. Monteleones Fotografien vermitteln dem Betrachter ein Gefühl des Innehaltens im Zentrum des Geschehens, das sich jeden Moment zum Guten oder zur Katastrophe wenden kann.
Von Davide Monteleones Farbaufnahmen geht eine poetische Kraft aus, eine Magie des Alltags, welche die grausame Wirklichkeit mancher Bilder fast vergessen macht. Rebellen tauchen aus dem dunklen Grün der Bilder auf - auch wenn sie außer dem Fotografen keiner zu sehen bekommt, sind sie doch allgegenwärtig.

”Trotz der atemberaubenden Schöhnheit des Landes, ist die gesamte Situation extrem klaustrophobisch”, beschreibt Davide Monteleone seinen Eindruck. Daher sei das Auge gezwungen, auf die Details im Gegensatz zum Ganzen zu achten. Eben diese kleinen, beobachteten Details geben seine Fotografien wieder und erheben sie durch die Fotografie zu Symbolen des Widerstands und (Vor-)Zeichen des Kommenden.
Carl De Keyzer
Carl De Keyzer
Congo (Belge)
2. September bis 14. Oktober 2011
Eröffnung: Donnerstag, 01.09.2011 um 19.00 Uhr.
Carl De Keyzer wird zur Eröffnung anwesend sein.
AUSSTELLUNG VERLÄNGERT BIS 21. OKTOBER 2011
Für seine umfangreiche Arbeit „Congo (Belge)“ hat der MAGNUM-Fotograf Carl De Keyzer in den letzten Jahren zahlreiche Male die Demokratische Republik Kongo bereist, jenes zentralafrikanische Land, das als Synonym für rücksichtsloseste Ausbeutung von Mensch und Natur durch den Kolonialismus gilt. Zunächst vom belgischen König Leopold als „Privatbesitz“ vereinnahmt, später als „normale“ Kolonie von Belgien übernommen, erlebte das Land jahrzehntelang grausame Exzesse wirtschaftlicher Gewinnsucht. Erst 1959 zog sich die belgische Kolonialmacht aus dem Land zurück.

Carl De Keyzer hat sich auf eine Spurensuche durch gefährliches Terrain begeben. Während im Osten ein Krieg zwischen Rebellen und Militär tobt, stehen der Stabilisierung des Landes ein fast kompletter Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft sowie die Ausplünderung der rohstoffreichen Ostprovinzen im Weg. Mit Hilfe eines alten Reiseführers von 1959 spürte De Keyzer Relikte einer Organisationsstruktur auf, die der belgischen Kolonialmacht einst dazu diente, Land und Leute effektiv auszubeuten und riesige Bodenschatzmengen nach Europa zu verschiffen.

Und tatsächlich finden sich in seinen großformatigen Farbbildern auch 50 Jahre später noch originale Kolonialvillen, Verwaltungsgebäude, Missionsposten und Schulen, Fabriken und Gefängnisse. Die von ihm aufgespürten Restbestände einer Infrastruktur, die auch dazu diente, den Machtstatus der kolonialen Herrschaft nach außen eindrucksvoll zu manifestieren, ist heute völlig neuen Bestimmungen zugeführt. So entstehen seltsame Beziehungen zwischen Architektur und Menschen, die Carl De Keyzer mit der ihm typischen fotografischen Handschrift zu vielschichtigen, feinhumorigen und häufig surreal anmutenden Szenen verdichtet.

Carl De Keyzer, 1958 in Kortrijk/Belgien geboren, studierte von 1977-1981 Fotografie und Film an der Königlichen Akademie für Schöne Künste in Gent, um dort anschließend selbst als Dozent tätig zu werden. Er ist Mitbegründer der legendären Genter Galerie XYZ. 1994 wurde er festes Mitglied bei MAGNUM. Schon früh bot sich ihm die Möglichkeit, seine Reportagen als Bücher zu veröffentlichen. Bei seinen Frühwerken „India“ (1987), „Homo Sovieticus“ (1989) oder „God, Inc.“ (1992) handelt es sich mittlerweile um gesuchte Sammlerstücke.

Viele weitere Bücher folgten bis heute. Der Fotograf hat seine Arbeiten weltweit in Museen und Galerien ausgestellt. Mit der Ausstellung „Congo (Belge)“ erzielte das Antwerpener Fotomuseum einen neuen Besucherrekord. Zur Ausstellung ist ein gleichnamiges Fotobuch im Lannoo Verlag erschienen. Derzeit arbeitet De Keyzer an dem Mammut-Projekt „Moments before the flood“, bei dem er sämtliche Küsten Europas bereist, um mögliche Anzeichen der Klimaveränderung aufzuzeigen.
André Lützen - Public Private Hanoi
André Lützen.
Public Private Hanoi.
17. Juni bis 19. August 2011
Zur Eröffnung der Ausstellung mit André Lützen am Donnerstag, 16. Juni 2011 um 19.00 Uhr, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Die Straße wird zum Wohnzimmer…
Dort, wo die alten Stadtquartiere noch existieren, wirkt Hanoi extrem eng und ruhelos, kein Meter ist hier ungenutzt. Die schmalen Bürgersteige sind von den Anwohnern besetzt, lärmige Motorengeräusche vorbeifahrender Mopedfahrer bilden den Hintergrundsound.

In den molochartigen Labyrinthen ist der Fotograf André Lützen unterwegs, am liebsten dann, wenn die Dunkelheit die Straßen besetzt. Er streift durch die klaustrophobischen Gassen, die in ein halluzinöses Licht getaucht sind, vorbei an den weit offen stehenden Haustüren. Diese gewähren dem Betrachter freizügige Einblicke auf die Bewohner und ihre kargen, manchmal rumplig wirkenden Alltagskulissen aus Möbeln, Elektrogeräten und Zierrat. Hier ein Star-Poster, dort das Konterfei des Revolutionärs Ho Chi Minh.
Rob Hornstra
ROB HORNSTRA
Ivan´s Cowshed & Putin´s Games
A report on the current state of "The Sochi Project"
3. April bis 13. Mai 2011
und Sonntag, 3.4.2011 ab 11.00 Uhr
Vernissage: Samstag, 2. April 2011, 19.00 Uhr
Rob Hornstras Arbeit „The Sochi Project“ ist ein dynamischer Mix aus Fotografie, Film und Text. 2009 rief der niederländische Fotograf zusammen mit dem Autor und Filmemacher Arnold van Bruggen das ambitionierte Projekt ins Leben, das erst mit der Durchführung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotchi enden wird. Ihr Ziel ist die Dokumentation der enormen Veränderungen in der gesamten Kaukasus-Region, die als eine der weltweit instabilsten gilt.

Seitdem Sotchi, ein Badeort mit subtropischem Klima, den Zuschlag für die Winterspiele erhalten hat, werden Milliarden in den Aufbau der Region gepumpt. Dieses Geld bewirkt einen gewaltigen Zustrom von Arbeitern aus Russland und dem Ausland, die gemeinsam die Stadt für Olympia aufbauen. Die ärmeren Gegenden und die Flüchtlingsunterkünfte müssen Platz machen für Stadien, Hotels und eine moderne Infrastruktur, die ein Event dieser Größenordnung verlangt. „The Sochi Project“ begleitet den Aufbau dieses Wunschbilds eines neuen Russland, indem es sich vor allem mit dem Alltagsleben beschäftigt. In direkten, nicht romantisierenden Fotografien nähert sich Rob Hornstra den Menschen und Orten, die gerade durch die Klarheit seiner Beschreibung Gestalt annehmen und beim Betrachter einen tiefen Eindruck hinterlassen.
Horst A. Friedrichs
Horst A. Friedrichs.
21st Century
Mods versus Rockers.
11. Februar bis 25. März 2011
Zur Eröffnung der Ausstellung mit Horst A. Friedrichs am Donnerstag, 10. Februar 2011 um 19.00 Uhr, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Musik: THE HIP CAT CLUB – beat discotheque
In den Nischen blüht die Subkultur! Dorthin hat sich der in London ansässige Fotograf Horst A. Friedrichs begeben, um die hermetischen, aber überaus vitalen Lebenswelten der britischen Mods und Rocker zu dokumentieren.

Aus einem über zehn Jahre andauernden Projekt führt Friedrichs verblüffende Ansichten der New Modernists und Neo-Rocker vor, die ihr extrem ausgeprägtes Stilbewusstsein kultivieren und weiterentwickeln, die sich ständig neu definieren und deren Anziehungskraft für nachfolgende Jugendliche ungebrochen anhält.