Aktuelles Thema

Street Photography ist auch immer ein Spiegel der Gesellschaft in ihrer jeweiligen Zeit. Rathaus Center, Essen, 1985. Foto: Rudi Meisel

Street Photography im Fokus

Das Leben findet auf der Straße statt. Und es wird fotografiert. Jeden Tag werden über 100 Millionen Fotos in die sozialen Netzwerke hoch geladen. Für viele Fotografen, seien es Profis oder Amateure, bedeutet dies eine Haftungsfalle, verletzen sie doch häufig die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen.

FREELENS wird in den nächsten Monaten die Street Photography zu seinem Schwerpunktthema machen und in vielen Beiträgen Fragen aufgreifen wie: »Was macht die Street Photography aus«, »Wie würde unser kollektives Bildgedächtnis aussehen, wenn es sie nicht gäbe«, »Sind die rechtlichen Rahmenbedingungen noch zeitgemäß?«. Historiker, Kulturvermittler, Fotografen und Juristen werden sich des Themas »Street Photography« annehmen und damit sowohl eine Bestandsaufnahme, ihre Standpunkte als auch Forderungen formulieren.

Alle Artikel zum Thema finden Sie in den News unter Street Photography.

Wie Affe und Katze. So niedlich geht es sonst nie zu in Mads Nissens dunklen, elegischen Bilderbogen seiner Reise in den Regenwald.

Wie Affe und Katze. So niedlich geht es sonst nie zu in Mads Nissens dunklen, elegischen Bilderbogen seiner Reise in den Regenwald. Foto: Mads Nissen

Kurz nachgefragt

Der dänische Fotograf Mads Nissen stellt im Sommer sein Langzeitprojekt »Amazonas« in der FREELENS Galerie aus. Vorab stellte er sich schon einmal unseren Fragen.

Kurzinterview –

Peter Lindhorst

Foto –

Mads Nissen

Was ist für dich das größte Glück auf Erden? Neugierde, Kreativität und Menschlichkeit. Und das größte Unglück? Nicht genug Zeit zu haben. Welchen Fehler entschuldigst du bei dir als Fotograf am ehesten? Unscharfe Bilder. Wer ist dein liebster Fotograf in der Fotogeschichte? Wenn etwas fehlt in meinen Bildern, schaue ich mir zur Inspiration Anders Petersens Frühwerk an. Er gab mir viele gute Ratschläge, z. B. aus der Perspektive eines Hundes zu fotografieren. Und in der mehr...

Bevor sich die Schüler der Dehradun Public School auf die Suche nach ihrem Bild von der Welt machen, führt Reza Nadji sie in das für sie neue Medium Fotografie ein.

Bevor sich die Schüler der Dehradun Public School auf die Suche nach ihrem Bild von der Welt machen, führt Reza Nadji sie in das für sie neue Medium Fotografie ein. Foto: IFB

Voneinander lernen – weltweit

Vor zwei Jahren wurde die FREELENS Foundation gegründet. Inzwischen konnten durch die eingenommenen Spendengelder erste Projekte realisiert werden – in Indien und im Westjordanland, in Libyen und Myanmar.

von –

Paula Tamm

Dehradun Public School, Indien. Friederike Kalz und Reza Nadji kommen mit 20 Digitalkameras und einem Plan: Hier und in Tamil Nadu im Süden des Landes wollen sie rund 100 Kindern und Jugendlichen erste Einblicke in die Fotografie ermöglichen. In einem Land, in dem selbstgemachte Fotos keineswegs selbstverständlich sind, unterrichteten die beiden Fotografen des Instituts für fotografische Bildung in Berlin im Frühjahr 2013 in verschiedenen Schulen, sozialen Einrichtungen und Waisenhäusern mehrere Schülergruppen im Umgang mit dem mehr...

100 Jahre Leica – die Historie, der Mythos und ich

Oskar Barnacks Erfindung der Ur-Leica bedeutete einen technischen Meilenstein für das Medium Fotografie. Ihren Erfolg verdankte die Leica ihrer einfachen Handhabung und den medialen Anforderungen jener Zeit. Heute wird sie mehr denn je verehrt.

von –

Sascha Rheker

Fangen wir mit folgender These an: Mit der Leica wurde die Fotografie elektrifiziert, denn die Fortschritte bei der Herstellung von Glühbirnen durch die Einführung des Wolframglühfadens 1911 sind einer der Schlüssel zum Erfolg der vor 100 Jahren von Oskar Barnack entwickelten Leica. So abwegig das angesichts der rein mechanischen Leica im ersten Moment klingen mag: ohne die Entwicklung leistungsfähiger elektrischer Glühbirnen zur Konstruktion von Vergrößerern (und Dia-Projektoren) wäre das kleine Negativ der Leica eine technische mehr...

Ed Kashi zeigt die Absurditäten eines sinnentleerten Krieges: Pause vom Kampf im Palast-Pool von Saddam Husseins Sohn Uday in Bagdad.

Ed Kashi zeigt die Absurditäten eines sinnentleerten Krieges: Pause vom Kampf im Palast-Pool von Saddam Husseins Sohn Uday in Bagdad. Foto: Ed Kashi

»Es hat mich zerrissen«

Er kennt den Schrecken des Krieges wie kaum ein anderer. Mit »Bilderkrieger« hat der Amerikaner Michael Kamber jetzt ein Buch vorgelegt, in dem er Kollegen über ihre Motive, Ängste und Hoffnungen als Kriegsfotografen befragt.

Interview –

Felix Koltermann

Felix Koltermann: Michael, du warst selber jahrelang als Fotojournalist in Afghanistan, Irak und anderen Krisengebieten unterwegs. Was hat Dich dazu motiviert, ein Buch über Fotojournalisten im Irak zu machen? Michael Kamber: Zwischen 2003 und 2012 war ich über acht Jahre immer wieder im Irak. Aber wenn ich zurück in die USA ging, hatten die Menschen dort keine Vorstellung davon, was im Irak passiert. Wir sind in einen Krieg gezogen, der Hunderttausende Menschen das Leben gekostet mehr...

Das fotografische Erzählen vom Krieg

Ein erhöhter Bedarf an Visualisierung geht einher mit den weltweit zunehmenden Krisen. Zugleich verschlechtern sich die Bedingungen für professionelle Kriegsfotografen. Wo Unabhängigkeit und Qualität als Maßstäbe nicht mehr gelten, übernehmen andere die Rolle der Bildlieferanten. Der Beruf des Kriegsberichterstatters steht auf dem Prüfstand.

von –

Felix Koltermann

In kaum einem anderen Medium werden die Komplexität und die Herausforderungen, über Kriege und Konflikte zu erzählen, deutlicher als im Fotojournalismus. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind Kriege und gewalttätige Konflikte in vielen Regionen der Welt Alltag. In Deutschland stellen sie einen elementaren Teil massenmedialer Berichterstattung dar. Fotografien zur Visualisierung des Geschehens sind gefragt wie nie zuvor. Dabei unterscheiden sich die Kriege und Konflikte ebenso stark voneinander wie die (foto-)journalistischen Akteure, die zu ihrer Dokumentation mehr...