Street Photography

Die Debatte um die Fotofreiheit geht jeden an, der eine Kamera in der Tasche hat – und sei es nur die im Smartphone.

Die Debatte um die Fotofreiheit geht jeden an, der eine Kamera in der Tasche hat – und sei es nur die im Smartphone. Foto: FREELENS

Hendrik Wieduwilt

Fotos brauchen Freiheit

Die Fotografie ist ein Kristallisationspunkt, an dem sich die tief greifenden technologischen wie gesellschaftlichen Veränderungen überdeutlich zeigen. Das macht sie zum Ausgangspunkt aber auch zum Ziel gewandelter Wertvorstellungen und damit auch der Rechtspolitik – aus Zeitgeist wird Politik, Politik gerinnt zu Gesetzen. Es ist daher höchste Zeit, dass Fotografen ihren Standpunkt in der Debatte einnehmen. Der technologische Fortschritt macht die einen mächtig, die anderen ängstlich: Praktisch jeder kann sich inzwischen eine Kamera leisten, mit der mehr...

Street Photography

Bis zur Endstation im Stadtteil Flushing passiert der »International Express« 21 Stationen – 18 davon in Queens.

Bis zur Endstation im Stadtteil Flushing passiert der »International Express« 21 Stationen – 18 davon in Queens. Foto: Julius Schrank

Julius Schrank

»Je mehr auf der Straße los ist, desto einfacher hat man es als Straßenfotograf«

Den zur Zeit in Amsterdam lebenden Fotografen Julius Schrank hat man vielleicht nicht als erstes im Kopf, wenn man an Street Photography denkt. Man bringt ihn wohl eher mit seiner Arbeit »New Burma Shadows« in Verbindung, die 2014 mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet wurde. Die Fotostrecke »International Express NYC« über die U-Bahn-Linie 7 in New York zeigt jedoch, dass Julius Schrank sich auch in der Street Photography zu Hause fühlt und ein Gespür mehr...

Street Photography

»Turning point« London, UK, 2013.

»Turning point« London, UK, 2013. Foto: Tobias Weisserth

Tobias Weisserth

Re: Ja, was ist sie denn, die Straßenfotografie ?

In dem Artikel »Ja, was ist sie denn, die Straßenfotografie« machte sich Andreas Herzau Gedanken über die Street Photography, die seiner Meinung nach nicht als eigene fotostilistische Kategorie zu betrachten sei, sondern höchstens als Teilbereich der künstlerischen Dokumentarfotografie. Diese Auffassung kann Tobias Weisserth nicht teilen – hier seine Antwort: Andreas Herzau vertritt die These, Straßenfotografie sei kein eigenständiges Genre, keine ernstzunehmende fotostilistische Kategorie, allenfalls eine Methode der Fotografie, vergleichbar mit »Studiofotografie«. Es mutet ein wenig mehr...

Street Photography

Jugendliche auf dem Zehnmeterturm, Stadionbad Bremen, 2002.

Jugendliche auf dem Zehnmeterturm, Stadionbad Bremen, 2002. Foto: Julia Baier

Julia Baier

»Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst«

Ein Element zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten von Julia Baier – das Wasser. Die Berliner Fotografin hat mittlerweile nahezu jeden Ort dokumentiert, an dem Menschen nass werden. Schwimmbäder und Badehäuser, Strände und Seen. Ob in Deutschland oder Island, in Japan oder Ungarn. Mit ungewöhnlichen Perspektiven gelingt es ihr, zeitlose Momentaufnahmen zu erschaffen, die uns das Besondere im Alltäglichen zeigen. Im Rahmen unseres Schwerpunktthemas hat sie sich unseren Fragen gestellt und zeigt mehr...

Street Photography

Andreas Herzau sieht die Streetphotography nicht als eigene fotostilistische Kategorie, sondern höchstens als Teilbereich der künstlerischen Dokumentarfotografie. Das Foto stammt aus dem laufenden Projekt »The Swiss«, einer Antwort Herzaus auf »Die Deutschen« von René Burri, welches durch das Kulturwerk der VG Bild-Kunst gefördert wird.

Andreas Herzau sieht die Streetphotography nicht als eigene fotostilistische Kategorie, sondern höchstens als Teilbereich der künstlerischen Dokumentarfotografie. Das Foto stammt aus dem laufenden Projekt »The Swiss«, einer Antwort Herzaus auf »Die Deutschen« von René Burri, welches durch das Kulturwerk der VG Bild-Kunst gefördert wird. Foto: Andreas Herzau

Andreas Herzau

Ja, was ist sie denn, die Straßenfotografie?

Eine schlechte Nachricht zuerst: Streetphotography gibt es nicht – zumindest nicht als ernstzunehmende fotostilistische Kategorie. Sucht man Definitionen dafür, findet man viele Ansätze der Erklärung, die aber letztlich immer an den Punkt kommen, was das genau sei, wisse man nicht und bliebe letztlich der eigenen Interpretation überlassen. Und trotzdem: Straßenfotografie ist en vogue und im Netz findet man in Hülle und Fülle Webseiten, Foren und Plattformen, die sich nur dieser scheinbaren Stilistik in der Fotografie mehr...