Hansel-Mieth-Preis 2012

Omar Deghayes, verhaftet im April 2002, frei gelassen am 19. Dezember 2007.

Omar Deghayes, verhaftet im April 2002, frei gelassen am 19. Dezember 2007. Illustration: Mathias Braschler & Monika Fischer

Erneut engagierte Reportagen ausgezeichnet

Der Hansel-Mieth-Preis 2012 geht an die Autorin Cornelia Fuchs und den Autor Uli Rauss sowie an das Fotografenteam Monika Fischer und Mathias Braschler. Die Reporter des Magazins Stern bekommen die renommierte Auszeichnung für ihren Beitrag »Guantánamo«. Darin werden Schicksale ehemaliger Insassen des US-Gefangenenlagers erzählt. Der Preis ist mit 6.000,– Euro dotiert.

Während seiner Gefangenschaft im Camp Delta (Guantánamo) wurde Al Laithi im Gefängniskrankenhaus verprügelt, ein Wachmann warf ihn zu Boden und trat auf seinen Rücken. Seitdem ist er querschnittsgelähmt (v.l.n.r.: Mathias Braschler, Sami al-Laithi, Cornelia Fuchs & Monika Fischer).

Während seiner Gefangenschaft im Camp Delta (Guantánamo) wurde Al Laithi im Gefängniskrankenhaus verprügelt, ein Wachmann warf ihn zu Boden und trat auf seinen Rücken. Seitdem ist er querschnittsgelähmt (v.l.n.r.: Mathias Braschler, Sami al-Laithi, Cornelia Fuchs & Monika Fischer). Foto: Mathias Braschler & Monika Fischer

Das Stipendium ist ebenfalls mit 6.000 Euro dotiert und unterstützt dieses Vorhaben.

Preis und Stipendium werden am 3. Mai 2012 in Fellbach bei Stuttgart übergeben.

Im Rahmen des Hansel-Mieth-Preises, bei dem Text und Fotos engagierter Reportagen gleichermaßen bewertet werden, wurden zudem ausgezeichnet:

  • »Das Blut der Revolution« (Süddeutsche Zeitung Magazin) von Michael Obert und Moises Saman
  • »Das muss alles weg« (Chrismon) von Nils Husmann und Jonas Ludwig Walter
  • »Was von Malik übrig war« (Der Spiegel)
  • »Der lange Weg zur Gerechtigkeit« (Zeit Magazin) von Carolin Emcke und Sebastian Bolesch
  • »Das Vorspiel« (Die Zeit) von Carolin Pirich und Tobias Kruse
  • »Ein ganzes Leben« (Stern) von Rüdiger Barth und Nele Martensen
  • »Die Strandburg« (Mare) von Maik Brandenburg und Dmitrij Leltschuk
  • »Die sibirische Schönheit« (Geo) von Diana Laarz und Anastasia Taylor-Lind
  • »Gefangen in Freiheit« (Der Spiegel) von Nicola Abé und Ilja C. Hendel

 

Die Reportagen werden in einem Buch veröffentlicht. In diesem Jahr wurden für den Preis und das Stipendium 111 bzw. 45 Bewerbungen eingereicht.

Die Agentur Zeitenspiegel Reportagen erinnert mit dem Journalistenpreis an ihr 1998 verstorbenes Ehrenmitglied Hansel Mieth, die als Fotografin für das amerikanische Magazin LIFE gearbeitet hat und sich sozialen Themen widmete. Das Gabriel-Grüner-Stipendium erinnert an den stern-Reporter Grüner, der 1999 zusammen mit dem Fotografen Volker Krämer und dem Übersetzer Senol Alit im Kosovo ermordet wurde.

Die Tagung der Jury fand am 9. März 2012 zum zweiten Mal in der Gemeinde Mals in Südtirol statt, wo Gabriel Grüner geboren wurde und begraben liegt.