13. Juni bis 17. Juni 2012

Aus der Serie »Siberian Supermodels«.

Aus der Serie »Siberian Supermodels«. Foto: Anastasia Taylor-Lind

60 Fotoreportagen ausgewählt

Vom 13. bis 17. Juni 2012 werden die besten Nachwuchsfotografen aus der ganzen Welt nach Hannover kommen: Mit 60 Foto-Ausstellungen und 22 Multimedia-Reportagen sowie Vorträgen, Portfolio-Sichtungen und Podiumsdiskussionen wird das ehemalige Expo-Gelände im Rahmen des 3. Lumix Festivals erneut in eine riesige Fotoschau verwandelt.

Die 1170 Bewerbungen für das diesjährige Lumix Festival für jungen Fotojournalismus kamen aus 73 Ländern. Am Sonnabend, 17. März, wählte die Jury – bestehend aus Prof. Rolf Nobel und Isabel Winarsch (Hochschule Hannover) sowie Stephanie Bunk, Lutz Fischmann und Paula Tamm (FREELENS) – die 60 besten Reportagen und Essays.

Die Aussteller kommen aus der ganzen Welt: aus Deutschland, Australien und den USA, aus Italien, Dänemark und Japan, aus Bangladesch, Kasachstan und Argentinien. »Was uns besonders freut, ist die abermals hinzugewonnene Breite in den Themen und Bildsprachen«, sagt Prof. Rolf Nobel. »Wir zeigen die Dramen der Welt ebenso wie die Komödien und machen das Festival damit zu einem Spiegel des Lebens.«

Wie sehr das Festival über seine Bilder mit der Realität verbunden ist, zeigte der Tod des französischen Fotografen Rémi Ochlik im syrischen Homs: Ein paar Stunden, bevor eine Granate den 28-jährigen Fotografen am 22. Februar tötete, meldete ein Freund in Frankreich Ochlik für das Lumix Festival an. Sein Tod kam dem Hochladen seiner Bilder zuvor. Die Leitung des Lumix Festivals hat sich deshalb entschlossen, Agentur und Angehörige Rémi Ochliks um seine Fotos vom arabischen Frühling zu bitten und sie posthum auf dem Festival zu zeigen.

Aus der Serie »Arab Spring«.

Aus der Serie »Arab Spring«. Foto: Rémi Ochlik

Die fotografische Qualität der Festivalreportagen ist überragend: Getty Images Award, World Press Photo Award, New York Photo Award, National Press Photographer of the Year Award, Canon Profi Photo – die Liste der wichtigsten internationalen Auszeichnungen, mit denen viele der diesjährigen Lumix-Teilnehmer ausgezeichnet sind, ist sehr lang. Auch zwei Autoren vom Unicef Foto des Jahres sind diesmal dabei – einer davon ist Kai Löffelbein, Fotografiestudent an der Hochschule Hannover.

Die beste Arbeit des Festivals wird mit dem FREELENS Award ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Zwei weitere Arbeiten werden mit lobenden Erwähnungen geehrt, jeweils dotiert mit 1.000 Euro. Außerdem stiftet das Elektronikunternehmen Panasonic bereits zum zweiten Mal den Lumix Multimedia Award mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro für die beste Multimedia-Produktion. 22 von 189 eingereichten Multimedia-Arbeiten aus 38 Ländern nehmen am Wettbewerb teil und werden während des Festivals im sphärischen Kinosaal des Planet MID gezeigt. Auch hier reicht das Themenspektrum von beeindruckenden Erzählungen besonderer menschlicher Einzelschicksale über drängende gesellschaftliche Probleme bis hin zu den großen politischen Umwälzungen unserer Zeit.

Aus der Serie »Punk ist kein Kaffeekränzchen«.

Aus der Serie »Punk ist kein Kaffeekränzchen«. Foto: Ann Sophie Lindström

Zum ersten Mal wird im Rahmen des Lumix Festivals zusätzlich der Lammerhuber Photography Award, gestiftet von dem berühmten österreichischen Fotografen und Verleger Lois Lammerhuber, verliehen. Mit dem Award wird diejenige Reportage oder Serie des Festivals ausgezeichnet, die auf eindrucksvollste Weise eine Alltagsgeschichte erzählt. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis unterstreicht die Philosophie des Lumix Festivals, dass die Auseinandersetzung mit allen Facetten des Lebens die Aufgabe eines humanistisch ausgerichteten Fotojournalismus ist.

Zusätzlich zum Ausstellungsprogramm wurden acht Fotografen der Weltklasse, darunter drei Pulitzer-Preis-Gewinner, für Vorträge nach Hannover eingeladen. Das sind unter anderem die junge aserbaidschanische Fotografin Rena Effendi, die US-Amerikanerin Darcy Padilla, die deutsche ap-Fotografin Anja Niedringhaus, der Däne Joakim Eskildsen und Munem Wasif aus Bangladesch, dessen Arbeit »Salt Water Tears« beim Lumix Festival 2010 eine von vier lobenden Erwähnungen erhielt.

»Nach etwa 12.000 Besuchern im Jahre 2008 und etwa 20.000 im Jahre 2010 erwarten wir nach den euphorisch-positiven Bewertungen von Medien und Besuchern für 2012 eine weitere Steigerung der Besucherzahlen«, sagt Rolf Nobel. »Damit wird das Festival nicht nur für das kulturelle und ganz besonders das foto-kulturelle Profil der Stadt Hannover von Bedeutung sein, sondern es bekommt auch zunehmend eine touristische Dimension.«

Weitere Informationen: www.fotofestival-hannover.de