Journalistenpreis PUNKT 2015

Aus der Serie »Schnarcher«.

Aus der Serie »Schnarcher«. Foto: Karoline Tiesler

acatech gibt Preisträger bekannt

Die Entscheidung ist gefallen: Die diesjährigen Gewinner des Preises für Technikjournalismus & Technikfotografie PUNKT stehen fest. In der Kategorie Foto wird die freischaffende Fotografin Karoline Tiesler für ihre Bilderserie »Schnarcher« ausgezeichnet. Das Fotostipendium erhält Konrad Lippert, der an der Hochschule Hannover Fotojournalismus studiert. Thomas Reintjes und ein Team vom Deutschlandfunk überzeugten die Jury in der Kategorie Multimedia mit der Online-Reportage »1 oder 0, Leben oder Tod«.

Bereits im elften Jahr prämiert acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften herausragende Text-, Bild- und Multimediabeiträge. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Festveranstaltung der Akademie am 20. Oktober 2015 in Berlin statt. Die ausgelobten Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Somnotron, Kinnband, Nasenspange – in ihrer Fotoserie »Schnarcher« präsentiert Karoline Tiesler dem Betrachter verschiedene medizinische Hilfsmittel, die dem Schlafapnoe-Syndrom, einer Form der Schlafstörung, vorbeugen. Die Produkte sollen beispielsweise helfen, die Nasenwege offen und den Mund geschlossen zu halten oder die Patienten mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen. Die PUNKT-Jury zeigt sich fasziniert von der unkonventionellen Auseinandersetzung der jungen Fotografin mit den Themen Schlaf und Schlafstörung. Von der Jury lobend hervorgehoben wird auch die reduzierte Bildsprache, mit der Karoline Tiesler ihre »Hilfsmittel für Schnarcher« inszeniert, die dadurch zum Teil wie grafische Illustrationen wirken.

Zusammen mit einem Team des Deutschlandfunks realisierten der freischaffende Autor Thomas Reintjes und die Redakteure Christiane Knoll und Markus Waldhauser die Multimedia-Reportage »1 oder 0, Leben oder Tod«, die sich mit dem Einsatz unbemannter Systeme wie Roboter oder Drohnen in der Kriegsführung beschäftigt. Die Jury lobt sowohl die Relevanz des Themas als auch dessen sachkundige, differenzierte und sensible Darstellung, die durch die Zusammenführung unterschiedlicher Medienkanäle unterstützt wird.

Unter dem Titel »Brot, Wohlstand und Schönheit« wird Konrad Lippert die Region südlich von Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt portraitieren. Geprägt ist die Landschaft durch ihre industrielle Strukturen: Auf dem Gelände der Leunawerke, dem einst größten Chemieunternehmen der ehemaligen DDR, haben sich moderne Raffinerien angesiedelt. Und im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal entwickelt sich zaghaft eine touristische Infrastruktur. Landleben und High-Tech-Industrie, Vergangenheit und Blick in die Zukunft – sowohl das Nebeneinander als auch der Gegensatz von Provinz- und Industrielandschaft sollen im Fokus des Projekts stehen. Die Jury überzeugt Konrad Lipperts Idee, den »Wandel vor unserer Haustür« fotografisch zu dokumentieren.