7. Mai bis 15. September 2015

Diepholzer Gänse auf dem Funckenhof.

Diepholzer Gänse auf dem Funckenhof. Foto: Gerhard Westrich

Gerhard Westrich

Geo präsentiert: Arche Tier – Die letzten ihrer Art

Sie sind zäh, genügsam, oft bildhübsch – und drohen auszusterben, weil im Zeitalter der Massentierhaltung andere Werte gelten. Aber zum Glück haben auch alte Nutztierrassen wieder eine Lobby. Weil neue Züchtungen in deutlich kürzerer Zeit mehr Fleisch, mehr Eier, mehr Milch, mehr Profit erzeugen, sind diese alten Tierrassen heute vom Aussterben bedroht. Glücklicherweise gibt es Menschen, die erkannt haben, dass es andere Werte gibt als nur das Geschäft und welche die Tiere nicht nur als Ware betrachten. Bewährte Nutztierrassen sind meistens deutlich widerstandsfähiger und langlebiger. Sie haben sich bereits über mehrere Generationen bewährt. Außerdem sind sie vielleicht wichtige Genpools für die Zukunft.

Poitou-Esel Veronique bei der Familie Hennings in Preten.

Poitou-Esel Veronique bei der Familie Hennings in Preten. Foto: Gerhard Westrich

Mit dieser inszenierten Porträtserie will der Fotograf Gerhard Westrich diese Tiere in ihrem Umfeld als besondere Individuen hervorheben und sie, wie ihre Halter, gleichsam würdigen. Eine »Rote Liste« für Schafe und Kühe statt für Tiger oder Pandas? Sie ist bitternötig. Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, warnt: Von den 2007 weltweit gemeldeten 7.616 Nutztierrassen seien 20 Prozent gefährdet. Wo die Massenhaltung auf wenige Hochleistungsrassen setzt, beschleunigt sich der Abwärtstrend: In Europa ist schon die Hälfte aller zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Haus und Hof verbreiteten Tierrassen ausgestorben, ein Drittel der 770 übrigen »stark bestandsgefährdet«.

Immerhin: Seit Gründung des Vereins im Jahr 1981 ist in Deutschland keine Rasse mehr ausgestorben. Unter den mehr als 2.000 Mitgliedern der GEH sind Landwirte mit großen Herden genauso wie Privatpersonen mit nur einigen wenigen Tieren. Warum ist der Schutz bedrohter Rassen wichtig? Ihr Genpool hat wertvolle Eigenschaften, die in der heutigen Zucht kaum Beachtung finden. Die Hochleistungsrassen sind am Limit ihrer Gesundheit. Es könne deshalb entscheidend werden, für die Zucht auf robuste alte Rassen zurückgreifen zu können. Ganz abgesehen vom Nutzen sind solche seit Jahrhunderten gezüchteten, oftmals an lokale Standorte angepasste Tiere auch ein »Kulturdenkmal«.

Die Ausstellung ist vom 7. Mai bis 15. September 2015 zu sehen.

Erlebniswelt Fotografie Zingst
Geo präsentiert »Arche Tier – Die letzten ihrer Art« von Gerhard Westrich
Open-Air-Installation Bibliotheksplatz

www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de