24. September bis 25. Oktober 2015

Portrait von Suslu Adanur, die kürzlich entdeckt hat, dass sie armenische Vorfahren hat.

Portrait von Suslu Adanur, die kürzlich entdeckt hat, dass sie armenische Vorfahren hat. Foto: Andy Spyra/laif

Andy Spyra

Armenische Bilder aus der Türkei

Das Osthaus Museum Hagen präsentiert die Fotoausstellung »Armenische Bilder aus der Türkei« mit großformatigen Arbeiten von Andy Spyra. Die präsentierten Bilder stammen allesamt aus dem Jahr 2014 und sind während drei Reisen in die Region entstanden.

Anlass für die Präsentation ist der 100. Jahrestag für das, was manche als den »ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts« bezeichnen: die geplante Deportation und Ermordung der Armenier im Osmanischen Reich, der bis zu eineinhalb Millionen Menschen zum Opfer fielen. Von der Türkei wird der Völkermord bis heute offiziell bestritten, in Armenien ist er Teil des nationalen Selbstverständnisses. Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern sind stark belastet, die gemeinsame Grenze ist geschlossen.

Die Wunden und Narben dieser Tragödie sind jedoch bis heute zu entdecken. Zwischen Istanbul und Yerevan findet man ihre Spuren – und stellt fest, dass die »Mauer des Schweigens« brüchig wird: Immer mehr Menschen stellen sich den damaligen Ereignissen und ihren Nachwirkungen. Heute gibt es immer mehr Menschen, die über die Rolle ihres Volkes bei den damaligen Ereignissen reden wollen. In den Städten und Dörfern Ostanatoliens trifft man Menschen, die erst vor kurzem erfahren haben, dass ihre (Groß-)Eltern in Wahrheit armenische Kinder waren, die von türkischen oder kurdischen Familien adoptiert – oder, je nach Lesart: geraubt – wurden.

Osthaus Museum Hagen
Kunstquartier Hagen, Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Vernissage
24. September 2015, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 18.00 Uhr
Montags geschlossen