9. März bis 14. Juli 2017

Buesra, 11, lebt mit ihrer Familie in Torbali, Izmir, in einem Zelt. Seit ihrer Flucht im Dezember 2015 aus der Nähe von Kobane in Nordsyrien hat sie keine Schule mehr besucht – stattdessen arbeitet sie jetzt mit anderen Kindern als Erntehelferin.

Buesra, 11, lebt mit ihrer Familie in Torbali, Izmir, in einem Zelt. Seit ihrer Flucht im Dezember 2015 aus der Nähe von Kobane in Nordsyrien hat sie keine Schule mehr besucht – stattdessen arbeitet sie jetzt mit anderen Kindern als Erntehelferin. Foto: Murat Türemis/laif

Murat Türemis

Being a Child Refugee

In seiner Ausstellung »Being a Child Refugee« nimmt sich Murat Türemis einer Gruppe an, die über die Hälfte der flüchtenden Menschen ausmacht. Das UNHCR zählt mehr als 50 Prozent Kinder unter den registrierten geflüchteten Menschen aus Syrien. Flüchtlingskinder haben keine Spielplätze, keine Freunde, keine Spielsachen. Sie werden nicht gefragt, ob sie fliehen wollen. Sie schlafen auf dem Boden oder in provisorischen Betten. Sie sehen verzweifelte Väter und Mütter. Hunger, Durst, Unsicherheit und Angst sind ihre täglichen Begleiter.

In offiziellen Auffanglagern und wilden Zeltcamps in Griechenland und der Türkei traf Türemis diese Kinder, viele von ihnen aus Syrien und Afghanistan. Kinder als Leidtragende zu porträtieren ist kein einfaches Unterfangen – häufig wird dadurch die Katastrophe verniedlicht oder aufgebauscht. Obwohl in den Camps die Vereinbarungen aus der UN-Kinderrechtskonvention ignoriert, missachtet und mit Füßen getreten werden, sehen wir die flüchtenden Kinder dennoch nicht in einer stereotypen Opferrolle.

Amna, 10, vor dem Zelt ihrer aus Syrien geflohenen kurdischen Familie im Flüchtlingslager von Idomeni, Griechenland.

Amna, 10, vor dem Zelt ihrer aus Syrien geflohenen kurdischen Familie im Flüchtlingslager von Idomeni, Griechenland. Foto: Murat Türemis/laif

Murat Türemis entgeht den Klischees, denn er nähert sich den Kindern auf Augenhöhe und nimmt sie als Zeitzeugen ernst. In seinen Fotografien spielen sie die Hauptrolle: Sie sind die Protagonisten dieser globalen Tragödie. Und die Reise der Kinder ist noch nicht zu Ende. Türemis ist kein Kriegsberichterstatter, der mit der Kamera aus der Hüfte heftige Bilder schießt, sondern ein Konfliktforscher, der die Kinder als schwächstes Glied dieser menschengemachten Katastrophe identifiziert und in den Mittelpunkt stellt. Aus seinen Fotografien spricht gleichzeitig auch der Vater eines Jungen im gleichen Alter wie die Flüchtlingskinder, die er porträtiert.

Vernissage am 9. März 2017 in Anwesenheit des Fotografen.

Ergänzend zur Ausstellung hält Murat Türemis am 10. März 2017 einen Vortrag über seine Zeit in den Lagern in Griechenland im Sommer 2016 und die dabei entstandenen Fotos.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Juli 2017 zu sehen.

vhs Treppenhausgalerie
Schulstraße 13/1
70794 Filderstadt-Plattenhardt

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag 8–18 Uhr
Freitag 9–12 Uhr