25. Mai bis 24. Juli 2016

Arbeiter säubern den Boden einer Walnussplantage von Matt Efird von Ästen, die die ansonsten voll mechanisierte Ernte stören könnten. Obwohl Walnüsse extrem viel Wasser benötigen, etwa 20 Liter für eine einzige Frucht, dehnen sich die Plantagen im Central Valley trotz der anhaltenden Dürre immer weiter aus. Denn sie sind hochprofitabel.

Arbeiter säubern den Boden einer Walnussplantage von Matt Efird von Ästen, die die ansonsten voll mechanisierte Ernte stören könnten. Obwohl Walnüsse extrem viel Wasser benötigen, etwa 20 Liter für eine einzige Frucht, dehnen sich die Plantagen im Central Valley trotz der anhaltenden Dürre immer weiter aus. Denn sie sind hochprofitabel. Foto: Uwe H. Martin

Greenpeace Photo Award

Bis zum letzten Tropfen

Sauberes Wasser ist für uns alle ein lebensnotwendiges Gut. Klimawandel und Umweltverschmutzung bedrohen jedoch in vielen Regionen der Erde den Zugang zu dieser Ressource. Durch die Erderwärmung verringern sich in Wüstenregionen und Trockengebieten die Niederschlagsmengen und der in Jahrhunderten entwickelte sorgsame Umgang mit dem Wassermangel funktioniert nicht mehr. In anderen Regionen verschmutzt die rücksichtslose Förderung von Erdöl und anderen Rohstoffen Seen und Flüsse und bedroht den Lebensraum. In der Folge müssen viele der in diesen Regionen lebenden Menschen ihre Heimat verlassen.

Die drei Preisträger des Greenpeace Photo Award 2014 Manuel Bauer, Uwe H. Martin und Dmitrij Leltschuk haben sich mit diesem zentralen Problem in so unterschiedlichen Gegenden wie Nepal, Nordrussland und den USA auseinandergesetzt. Ihre Bilder vom Kampf der Menschen um ihre Existenz sind nun in der Ausstellung »Bis zum letzten Tropfen« im Museum der Arbeit erstmals gemeinsam zu sehen.

Umsiedlung eines ganzen Dorfes. Die neu gebauten Häuser in Namashung werden mit natürlichen Mineralfarben aus der Umgebung geweißt.

Umsiedlung eines ganzen Dorfes. Die neu gebauten Häuser in Namashung werden mit natürlichen Mineralfarben aus der Umgebung geweißt. Foto: Manuel Bauer

Im Norden von Nepal in der Bergregion des Himalayas verändert sich das Klima aufgrund der Erderwärmung radikal. Im Schatten der beiden Achttausender Annapurna und Dhaulagiri fallen kaum Niederschläge – nur wo der Mensch bewässert, kann der Natur eine Ernte abgerungen werden. Durch den Temperaturanstieg gibt es im Winter kaum noch Schnee, die Felder von Sam Dzong vertrocknen. Die Dorfbewohner waren gezwungen, in ein Nachbartal umzusiedeln. Der Fotograf Manuel Bauer hat diesen jahrelangen Prozess von Beginn an dokumentiert und konnte mit seinen Vorträgen einen Großteil der Umzugskosten der Dorfbewohner finanzieren.

Auch der Westen der USA wird seit Jahren von einer ungewöhnlichen Dürre heimgesucht. Der Wassermangel trifft hier auf eine industriell betriebene Landwirtschaft, die gegen die natürlichen Gegebenheiten einen Großteil der Feldfrüchte in den USA produziert. Mit enormem Aufwand wird seit Jahrzehnten Wasser aus der Sierra Nevada in die Wüstenregionen gebracht, um riesige Plantagen zu bewässern. »Dry West«, der fünfte Teil des multimedialen Langzeitprojektes »LandRush« von Uwe H. Martin und Frauke Huber, veranschaulicht mit erschreckenden Bildern die globalen Folgen der industriellen Agrarwirtschaft.

»Dry West«-Installation in der Coalmine Gallery in Winterthur, Schweiz, Januar 2016.

»Dry West«-Installation in der Coalmine Gallery in Winterthur, Schweiz, Januar 2016. Foto: Uwe H. Martin

Der Fotograf Dmitrij Leltschuk hat das Schicksal der Ishemzen in Komi im Norden Russlands dokumentiert, die ihre Lebensweise gegen einen übermächtigen Gegner verteidigen. Durch die expansive russische Erdölindustrie, wird die Lebensweise der in der arktischen Tundra beheimateten nomadischen Rentierzüchter massiv gefährdet. Undichte Pipelines und aufgegebene Bohrstellen verseuchen die Landschaft mit Ölresten, sie verdrecken die Flüsse und Seen, aus denen Mensch und Tier trinken.

Alle drei Fotoprojekte wurden von einer internationalen Jury 2014 mit dem Greenpeace Photo Award ausgezeichnet und im letzten Jahr von den Fotografen realisiert. Im Rahmen der Ausstellung im Museum der Arbeit vom 25. Mai bis 24. Juli 2016 werden die Arbeiten erstmals gemeinsam präsentiert.

An dem zurückgelassenen Müll der Erdölsucher können sich die Rentiere verletzen.

An dem zurückgelassenen Müll der Erdölsucher können sich die Rentiere verletzen. Foto: Dmitrij Leltschuk

Im Begleitprogramm zur Ausstellungen werden mehrere Vorträge und Gespräche angeboten (Museumseintritt):

Komische Arktis – Rentierzüchter am Polarkreis
Montag, 30. Mai 2016, 19 Uhr
Dmitrij Leltschuk berichtet von seiner Reportage über das Leben der Nomaden in Komi.

Bis zum letzten Tropfen
Montag, 6. Juni 2016, 19 Uhr
Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace, über die globalen Folgen des Klimawandels.

Dry West
Montag, 13. Juni 2016, 19 Uhr
Vortrag und Gespräch: Frauke Huber und Uwe H. Martin stellen ihr fotografisches Langzeitprojekt über die Zukunft der Landwirtschaft vor.

Arbeits-Feld
Montag, 27. Juni 2016, 19 Uhr
Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace, über den Wandel der Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft.

Energiewende macht Arbeit!
Montag, 18. Juli, 19 Uhr
Diskussion mit Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace, über die Energiepolitik in Deutschland.

 

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg

Öffnungszeiten
Montag 13 bis 21 Uhr
Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr
Sonntag und Feiertage 10 bis 18 Uhr