19. November 2015 bis 20. Januar 2016

Ein Bison-Jungtier folgt seiner Mutter. Bad River Ranch, Fort Pierre, South Dakota, USA.

Ein Bison-Jungtier folgt seiner Mutter. Bad River Ranch, Fort Pierre, South Dakota, USA. Foto: Heidi & Hans-Jürgen Koch

Heidi & Hans-Jürgen Koch

Buffalo Ballad in der GAF

»Buffalo Ballad« lautet der Titel des aufwendigen Fotoprojekts des Fotografenehepaares Heidi und Hans-Jürgen Koch, das ab dem 19. November 2015 in der hannoverschen Galerie für Fotografie ausgestellt wird. Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, den 18. November um 19.00 Uhr.

Es ist eine visuelle Spurensuche im Herzen des Bisonlandes nach dem Geist und Mythos dieser amerikanischen Ikone. In den Schwarz-Weiß-Bildern der beiden Fotografen wird der Bison zu einer realen Vision: »Es muss da draußen Orte geben, wo archaische Kreaturen frei leben können. Nur eine Welt, in der das möglich ist, ist eine lebenswerte Welt«, so Heidi und Hans-Jürgen Koch, die zu den angesehensten internationalen Naturfotografen zählen. Für ihre Aufnahmen sind sie durch das Herz des Bisonlandes gereist – durch North und South Dakota, Wyoming, Colorado und Montana.

Eine presbyterianische Kirche in der Nähe von Murdo, South Dakota, USA.

Eine presbyterianische Kirche in der Nähe von Murdo, South Dakota, USA. Foto: Heidi & Hans-Jürgen Koch

Wahrscheinlich waren es mehr als 30 Millionen Amerikanische Bisons, die im 16. Jahrhundert über die Grasebenen zwischen Kanada und Mexiko und von den Rocky Mountains bis zum Mississippi zogen. Mit der Besiedlung des amerikanischen Mittelwestens begann ein gigantisches Schlachten. Niemals zuvor haben Menschen in einem so kurzen Zeitraum so viele Tiere getötet. In weniger als zwei Jahrzehnten wurde die gesamte Population vernichtet. Fast. Die Geschichte des Bisons ist eine Parabel über Globalisierung und das Zusammenspiel von technischem Fortschritt, Kapitalismus, Unverständnis ökologischer Zusammenhänge, Ideologien und Politik. Der Bison symbolisiert die amerikanische Seele. Theodor Roosevelt schickte die Kavallerie, um die letzten ihrer Art zu bewachen. Er wurde zum Urvater des US-Naturschutzes.

Heute wird der Bison im Rahmen des Langzeitprojektes »Buffalo Commons« wieder angesiedelt, auch um der Desertifikation der Great Plains Einhalt zu gebieten – dies führte in den 1930ern zum »Dust Bowl«, den Hungerjahren, die Zehntausende von Siedlern zur Flucht aus dem wertlos gewordenen Land getrieben hatten – und wenn erneut, Hunderttausende Bisons frei über Teile der Plains ziehen könnten, dann würde sich auch das Land wieder erholen: ökologisch, ökonomisch und sozial, so die Planer dieses Projekts.

Bisonherde in den Weiten der Prärie. Bad River Ranch, Fort Pierre, South Dakota, USA.

Bisonherde in den Weiten der Prärie. Bad River Ranch, Fort Pierre, South Dakota, USA. Foto: Heidi & Hans-Jürgen Koch

Heidi & Hans-Jürgen Koch studierten vor ihrer Karriere als Fotografen Sozialarbeit und Verhaltensforschung. Vor mehr als 25 Jahren erfolgte der gemeinsame Schritt in die Welt der Fotografie. Die Spannbreite des fotografischen Schaffens und der ihnen eigenen Sichtweise spiegelt sich auch in ihren Preisen und Auszeichnungen wider, u.a. vom Art Directors Club Deutschland und Europa, BBC Wildlife Photographer of the Year, Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie, Hansel-Mieth-Preis, World Press Photo Award. Heidi und Hans-Jürgen Koch sind für ihr Werk auch mit dem Dr. Erich-Salomon-Preis bedacht worden.

Galerie für Fotografie in Hannover (GAF)
Seilerstraße 15d, 30171 Hannover
www.gafeisfabrik.de

Öffnungszeiten:
19. November 2015 bis 20. Januar 2016
Donnerstag bis Sonntag: 12.00 bis 18.00 Uhr

 

»Buffalo Ballad« wird auch auf dem 19. Festival Photo Montier vom 19. bis 22. November 2015 in Frankreich gezeigt.