15. Oktober bis 13. Dezember 2015

Aus der Serie »Kulturaustausch« (1989-1998).

Aus der Serie »Kulturaustausch« (1989-1998). Foto: Philipp von Recklinghausen

lux fotografen

Das Dokumentarische als Instrument

Das Kollektiv lux fotografen gründete sich in der Berliner Zeit des Umbruchs. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens stellen die Fotografinnen und Fotografen aus Ost und West nun jeweils eine frühe Arbeit und eine aus jüngerer Zeit aus. Am Donnerstag, den 15. Oktober 2015 um 19.00 Uhr wird die Ausstellung »Das Dokumentarische als Instrument« mit einer Einführung von Dr. Christiane Stahl (Leiterin der Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin) im HAUS am KLEISTPARK in Berlin eröffnet.

Die lux fotografen eint die künstlerische Methode, das Dokumentarische als Instrument zu nutzen, Fragmente zusammenzufügen, Archive anzulegen oder auszuwerten, Bilder zu finden, zu fotografieren und zu Geschichten zu kombinieren, die sich an der Realität reiben. Wiebke Loeper hat mit »Lad« (1996/1997) eine bildnerische Sammlung zum Begriff Heimat angelegt, die von ihren Kindheitsorten in Ost-Berlin ausgeht. Die Fotografie wird hier zum Ersatz des realen Ortes oder Gegenstandes. In der Serie »Welcome home, Los Angeles« (2006) stellt Loeper Werbeanzeigen von Immobilienmaklern aus der Los Angeles Times eigenen Aufnahmen der entsprechenden Realität gegenüber.

Aus der Serie »Lad« (1996-1997).

Aus der Serie »Lad« (1996-1997). Foto: Wiebke Loeper

Philipp von Recklinghausen befindet sich in Ausbildung zum Fotografen, als die Öffnung der Mauer Berlin in einen Ausnahmezustand versetzt. Der Schüler wird mit seiner Kamera Teil der großen Veränderung und zeigt eine Auswahl jener Arbeiten in der Serie »Kulturaustausch« (1989-1998). Mit »You are here« (2010-2015) zeigt Recklinghausen eine Sammlung von Bildern, die von den Erfahrungen im Bosnienkrieg inspiriert, auf unsere Existenz auf diesem Planeten verweisen.

Jens Liebchen zeigt mit der Arbeit »Stereotypes of war – a photographic investigation« (2000) bildnerisch die Mechanismen journalistischer Kriegsdarstellung und ist damit sowohl in der medientheoretischen wie der politischen Diskussion hochaktuell. Die ebenfalls ausgestellte Werkgruppe »Tsukuba–Narita 2011/03/13« (2011) ist die direkte bildnerische Reaktion auf die beginnende nukleare Katastrophe in Fukushima.

Aus der Serie »Stereotypes of war – a photographic investigation«.

Aus der Serie »Stereotypes of war – a photographic investigation«. Foto: Jens Liebchen

Grit Schwerdtfeger zeigt die Serie »Land« (2002), über die ihr Professor Joachim Brohm schrieb, dass sie »das Territorium einer persönlichen Weltsicht [sei], die dem Unspektakulären während eines kurzen Moments des Stillhaltens Prägnanz und Gültigkeit verleiht«. In dem Projekt »Zehn« (2010/ 2015) hat die Künstlerin ein Jahr lang ihren zehnjährigen Sohn fotografisch begleitet. Die Serie ist ein Dokument des Wachsens, sich Veränderns.

Arwed Messmer zeigt die Werkgruppe »Der Traum vom Reich« (1992/2008), die als verspätete Antwort auf die Wiedervereinigung entstand, sowie das Projekt »Anonyme Mitte Berlin« (1949/2009), welches die digital montierte Fassadenabwicklung des Berliner Stadtschlosses abbildet.

Am Sonntag, den 29. November 2015 um 16.00 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Annettt Gröschner statt.

Das Dokumentarische als Instrument
15. Oktober bis 13. Dezember 2015
Vernissage am 15. Oktober, 19.00 Uhr

HAUS am KLEISTPARK
Grunewaldstraße 6-7, 10823 Berlin
www.hausamkleistpark.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 11.00 bis 18.00 Uhr (Eintritt frei)