12. November 2015 bis 13. März 2016

Der Tidenhub auf den Bahamas liegt bei etwa einem Meter. Bei Ebbe sammelt sich das Meerwasser in Prielen, tiefen Rinnen im weißen Kalkschlamm, die wie Adern den flachen Meeresboden durchziehen. Priel, Long Island, Bahamas.

Der Tidenhub auf den Bahamas liegt bei etwa einem Meter. Bei Ebbe sammelt sich das Meerwasser in Prielen, tiefen Rinnen im weißen Kalkschlamm, die wie Adern den flachen Meeresboden durchziehen. Priel, Long Island, Bahamas. Foto: Bernhard Edmaier

Bernhard Edmaier

Farben der Erde

Vom Blau der Ozeane über das Grün der Vegetation in den feuchten Klimaregionen, das Weiß des Eises auf den hohen Gebirgen und verschiedensten Gelb-, Orange-, Rot-, Braun- und Grautönen der Wüsten und Halbwüsten – auf der Oberfläche unseres Planeten gibt es alle erdenklichen Farben. Sie sind das Ergebnis von Verwitterung und Erosion, Vulkanismus und Gebirgsbildung. Der Fotograf und Geologe Bernhard Edmaier sagt über die Intention seiner Arbeit »Die Farben der Erde sprechen nicht nur unsere Sinne an, sondern sie erzählen auch etwas über die Beschaffenheit und die Entstehungsgeschichte der Oberfläche unseres Planeten, der Erdkruste, des Bodens unter unseren Füßen.«

Die Ausstellung »Farben der Erde« im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe umfasst 50 großformatige, quadratische Fotografien – 95 Prozent davon Luftbilder. Die Aufnahmen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt zeigen keine Landschaften im herkömmlichen Sinne. Denn Bernhard Edmaier blendet den Horizont aus und fokussiert den Blick des Betrachters dadurch auf die Farbgebung eines Landstrichs, einer Gebirgsregion, einer Wüste, eines Flusstales oder eines Küstenabschnitts. Ergänzt werden die Aufnahmen durch erläuternde Texte der Wissenschaftsjournalistin Angelika Jung-Hüttl.

Der Searles Lake hat keinen Abfluss. Hin und wieder sammelt sich dort Regenwasser, welches in der Hitze allmählich verdunstet. Der See wird zu einem Salzsumpf und trocknet aus. Mikroorganismen, die im Seeboden schlummern, beginnen sich zu vermehren. Sie tragen einen Farbstoff im Körper, wie man ihn auch in Tomaten findet. Er macht die Salzkruste rot. Searles Lake, Kalifornien, USA.

Der Searles Lake hat keinen Abfluss. Hin und wieder sammelt sich dort Regenwasser, welches in der Hitze allmählich verdunstet. Der See wird zu einem Salzsumpf und trocknet aus. Mikroorganismen, die im Seeboden schlummern, beginnen sich zu vermehren. Sie tragen einen Farbstoff im Körper, wie man ihn auch in Tomaten findet. Er macht die Salzkruste rot. Searles Lake, Kalifornien, USA. Foto: Bernhard Edmaier

Bernhard Edmaier, geboren 1957, hat sich in den letzten 20 Jahren mit seinen oft abstrakt anmutenden Aufnahmen von der Erdoberfläche international einen Namen gemacht hat. Sein Wissen um die Entstehung der Erde und die geologischen Prozesse, die sie ständig verändern, bilden die Basis seiner fotografischen Arbeit. Mehrmals im Jahr reist er für seine Fotoprojekte in abgelegene, vom Menschen kaum oder nicht berührte Gegenden der Welt. Dabei begleitet ihn seine Lebensgefährtin Angelika Jung-Hüttl.

Bernhard Edmaier
Farben der Erde
12. November 2015 bis 13. März 2016
Eröffnung am 11. November 2015, 18.00 Uhr

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
Erbprinzenstr. 13
76133 Karlsruhe
www.smnk.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 9.30 bis 17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10.00 bis 18.00 Uhr

Begleitend zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen:

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EarthART – Colours of the Earth
Mit Texten von Stella Paul und Angelika Jung-Hüttl.
220 Seiten, 160 großformatige Abbildungen, 30,5 x 36 cm, gebunden mit Schutzumschlag, Phaidon-Verlag, London, 2013
ISBN-13: 9780714865768