2. Mai bis 28. Juni 2015

Aus der Serie »Fluss«.

Aus der Serie »Fluss«. Foto: Michael Lange

Michael Lange

Fluss

Die Ur-Matrix Wasser ist ein unerschöpfliches Reservoir an Symbolwelten, die unser kulturelles Gedächtnis prägen. In allen Kulturen gehört Wasser zu den Materien, die das symbolisch-sprachliche Deutungsfeld seelischer Erlebnisse geprägt hat. In der mytho-poetischen Geschichte ist Wasser das Unbewusste und das Reich der Träume, es ist der Abgrund, dem Venus, Nymphen und Undinen entsteigen. Wasser ist Eros. Es enthält den Tod und gebiert alles Leben.  »Es gibt kein Gefühl, keine Kunst, kein Sprechen, kein Handeln, keine gesellschaftliche Einrichtung, keinen Raum auf dieser Erde, der nicht materiell oder symbolisch, direkt oder indirekt mit dem Wasser zu tun hat«, schreibt Hartmut Böhme dazu in seiner »Kulturgeschichte des Wassers«.

Aus der Serie »Fluss«.

Aus der Serie »Fluss«. Foto: Michael Lange

Mit seiner Serie Fluss erfasst Michael Lange einen Naturraum entlang des Oberrheins, der von permanenter Veränderung geprägt ist. »Meine Bilder erzählen von der Sehnsucht nach Befriedung, Tiefe und Schönheit und vom Verlangen, sich zu verlieren. Teil meiner Arbeit ist, der unablässigen Veränderung zu folgen, bis eine Landschaft mit meinen inneren Bildern im Einklang ist, die meinen Gefühlen entspricht. Im vermeintlichen Chaos die tiefe, innewohnende Ordnung und Ästhetik verstehen. Die Landschaft in Kombination mit den äußeren Einflüssen – Nebel, Frost, Jahreszeiten, Licht, Wasserstand – entsprechend meinen Phantasien zu transformieren, mit den Elementen spielen, sie fortführen und mit meiner fotografischen Sprache kombinieren.«

Michael Lange folgte dem Thema über drei Jahre und blieb oft wochenlang inmitten dieser besonderen Landschaft entlang des Rheins. Die Ruhe der Bilder lebt von seiner genauen Kenntnis naturimmanenter Spannungen, die besonders den fließenden, sich ständig wandelnden Gewässern eigen sind. Bei aller Leichtigkeit und Anmut lassen die scheinbar regungslosen Wasseroberflächen ihre darunter verborgenen Untiefen erahnen. In den atemberaubenden, abstrakten Details seiner agitierten Oberflächen entfaltet der Fluss, dessen Vordringen in diesen Gebieten kaum Schranken gesetzt sind, seine ganze treibende, den eigenen Gesetzen folgende, formende Kraft. Mit feinsten Schattierungen und Farbabstufungen entstehen Kompositionen von atmosphärischer Dichte und konzentrierter Klarheit.

Michael Lange fotografiert seit 1973. Zu seinen Projekten zählen u. a. »L.A. – Drive-by«, »Desert – Kalifornische Wüsten«, »Frauen des Lamani Stammes« sowie »Wald – Landschaften der Erinnerung«. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen nationalen wie internationalen Ausstellungen und Fotofestivals gezeigt. Michael Lange lebt in Hamburg.
www.michaellange.de

Fluss – Michael Lange
2. Mai bis 28. Juni 2015

Alfred Erhardt Stiftung
Auguststr. 75
10117 Berlin

http://www.alfred-ehrhardt-stiftung.de

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 11 – 18 Uhr
Donnerstag 11 – 21 Uhr
Eintritt frei