Bildband

Zwölf Kilometer läuft dieses Mädchen in Eritrea jeden Tag zu Fuß zur Arbeit, um von ihrem Heimatort Hebo nach Sageneyti zu gelangen. Das diktatorisch regierte Eritrea gilt als das Nordkorea Afrikas, politische Opposition und freie Medien gibt es nicht. Der Fotograf François X. Klein liefert seltene Einblicke in ein Land, aus dem täglich Menschen fliehen – und das doch allen Klischees widerspricht.

Zwölf Kilometer läuft dieses Mädchen in Eritrea jeden Tag zu Fuß zur Arbeit, um von ihrem Heimatort Hebo nach Sageneyti zu gelangen. Das diktatorisch regierte Eritrea gilt als das Nordkorea Afrikas, politische Opposition und freie Medien gibt es nicht. Der Fotograf François X. Klein liefert seltene Einblicke in ein Land, aus dem täglich Menschen fliehen – und das doch allen Klischees widerspricht. Foto: François X. Klein

Reporter ohne Grenzen

Fotos für die Pressefreiheit 2017

Am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, erscheint der Bildband »Fotos für die Pressefreiheit 2017«. Er berichtet in bewegenden Bildern von den Brennpunkten des Nachrichtengeschehens und beleuchtet die Situation in Ländern, in denen unabhängige Medien unter Druck stehen. Bildessays renommierter Fotografen werden durch Texte ergänzt, in denen diese erklären, was sie antreibt und mit welchen Schwierigkeiten sie bei ihrer Arbeit konfrontiert werden.

Für seine Serie »Der parallele Staat« aus der Türkei hat der britische Fotograf Guy Martin Fotos von den Dreharbeiten für populäre Seifenopern mit Szenen aus dem türkischen Alltag kombiniert und spielt so mit dem Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Seinen Bildern stellt er die Whatsapp-Nachrichten hochrangiger Militärs gegenüber, die am 15. Juli 2016 den Putschversuch gegen Präsident Erdogan anführten.

Vor der Redaktion der Zeitung Özgür Gündem protestieren Istanbuler im Juni 2016 gegen Angriffe auf die Pressefreiheit. Kurz zuvor waren mehrere Menschen festgenommen worden, weil sie an einer Solidaritätsaktion für die türkisch-kurdische Zeitung teilgenommen hatten, darunter auch ROG-Korrespondent Erol Önderoglu. Der britische Fotograf Guy Martin zeigt in seinen Bildern die bedrückende Atmosphäre in einem Land, das sich in den vergangenen Jahren rasant verändert hat.

Vor der Redaktion der Zeitung Özgür Gündem protestieren Istanbuler im Juni 2016 gegen Angriffe auf die Pressefreiheit. Kurz zuvor waren mehrere Menschen festgenommen worden, weil sie an einer Solidaritätsaktion für die türkisch-kurdische Zeitung teilgenommen hatten, darunter auch ROG-Korrespondent Erol Önderoglu. Der britische Fotograf Guy Martin zeigt in seinen Bildern die bedrückende Atmosphäre in einem Land, das sich in den vergangenen Jahren rasant verändert hat. Foto: Guy Martin

Wie Gemälde wirken die Porträts des spanischen Duos MasTeson aus Ägypten. Fünf Jahre nach Beginn der Staatskrise haben der Fotograf Miguel Angel Sanchez und die Journalistin Nuria Teson in Kairo die Protagonisten der Proteste getroffen. Ihre Gesichter zeigen Enttäuschung, Wut und ungebrochenen Widerstandsgeist. Der französische Fotograf François X. Klein liefert ungewöhnliche Einsichten aus Eritrea, das als das Nordkorea Afrikas gilt. Diktator Afewerki regiert mit eiserner Hand, täglich fliehen Menschen ins Ausland – doch Kleins Bilder widersprechen allen Klischees. Im Südsudan sind fast zwei Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht, weil Milizen gewaltsam um die Vorherrschaft über lukrative Erdölfelder kämpfen. Dominic Nahr zeigt ihre verzweifelte Suche nach einem Platz zum Überleben.

Unter dem Motto »Schwarzer Protest« demonstrierten Anfang Oktober 2016 zehntausende Polinnen, wie hier in Krakau, gegen einen Gesetzentwurf, der ein fast vollständiges Abtreibungsverbot vorsah und Frauen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren androhte. Der Fotograf Jacek Taran begleitet die massiven Proteste der Bevölkerung gegen die nationalkonservative Regierung. Er ist dabei Reporter und persönlich Betroffener zugleich.

Unter dem Motto »Schwarzer Protest« demonstrierten Anfang Oktober 2016 zehntausende Polinnen, wie hier in Krakau, gegen einen Gesetzentwurf, der ein fast vollständiges Abtreibungsverbot vorsah und Frauen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren androhte. Jacek Taran begleitet die massiven Proteste der Bevölkerung gegen die nationalkonservative Regierung. Er ist dabei Reporter und persönlich Betroffener zugleich. Foto: Jacek Taran

Kaum einer der Fotografen ist bei seiner Arbeit distanzierter Beobachter geblieben. Jacek Taran aus Polen etwa ist Reporter und persönlich Betroffener zugleich, wenn er die Proteste der Bevölkerung gegen die nationalkonservative Regierung fotografiert. Emmanuel Guillen Lozano aus Mexiko hat der Fall der 43 im September 2014 verschleppten Studenten nicht losgelassen, die damals genauso alt waren wie er. Beharrlich dokumentiert er die Suche der Angehörigen nach den Spuren ihrer verschollenen Söhne und Brüder.

Auf den Philippinen zeigt Dondi Tawatao die ganze Brutalität des Krieges gegen Drogenkriminelle, dem jede Nacht Dutzende Menschen zum Opfer fallen. In Großbritannien beleuchtet Johny Pitts mit seinen Fotos aus dem Arbeiterviertel von Sheffield, in dem er aufgewachsen ist und das nach dem EU-Referendum in die Schlagzeilen geriet, die Wurzeln des Brexit.

Mehr als 20 Fotografinnen und Fotografen haben Reporter ohne Grenzen ihre Werke für das diesjährige Fotobuch unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Reporter ohne Grenzen finanziert sich neben Spenden und Mitgliedsbeiträgen auch durch den Verkauf des Fotobuchs. Der Erlös fließt vollständig in Pressearbeit und Nothilfe wie Anwaltskosten und medizinische Hilfe für verfolgte Journalisten.

FREELENS ist Fördermitglied von Reporter ohne Grenzen.

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Reporter ohne Grenzen (Hrsg.)

Fotos für die Pressefreiheit 2017
104 Seiten, Softcover, 4-farbig, 21 x 28 cm, Schweizer Bindung, 14,– Euro (zzgl. Versand)
ISBN 978-3-937683-64-5

Hier kann der Bildband bestellt werden: Reporter ohne Grenzen

Buchvorstellung und Diskussion am 3. Mai 2017 im Maxim Gorki Theater, Berlin: Maxim Gorki Theater