Lumix Festival 2012

Aus der Serie »Disco Night Sept. 11«.

Aus der Serie »Disco Night Sept. 11«. Foto: Peter van Agtmael

FREELENS Awards vergeben

Auf dem Lumix Festival wurden am 16. Juni 2012 die FREELENS Awards sowie weitere Preise vergeben.

Der Amerikaner Peter van Agtmael gewinnt mit seiner Arbeit »Disco Night Sept. 11« den FREELENS Award und damit ein Preisgeld von 10.000,– Euro. Seine Arbeit ist eine Aufzeichnung von Augenblicken aus der Zeit, in der Peter van Agtmael auf einem schmalen Pfad wanderte – zwischen seiner naiven Faszination, die er als Kind für den Krieg empfand, und der Brutalität, die er später als Kriegsfotograf im Irak und in Afghanistan erlebte.

Aus der Serie »The Silence of Others«.

Aus der Serie »The Silence of Others«. Foto: Bharat Choudhary

Bharat Choudhary erhielt eine lobende Erwähnung mit 1.000,– Euro für »The Silence of Others«. Nach den Anschlägen in New York 2001 und London 2005 stereotypisierten westliche Medien Muslime oft als Terroristen. Der Generalverdacht der Öffentlichkeit entlud sich teilweise in körperlicher und seelischer Gewalt gegenüber unbescholtenen Mitbürgern muslimischen Glaubens. Auf seiner Reise vom Mittleren Westen der USA bis nach Großbritannien hielt Bharat Choudhary den Umgang junger Muslime mit diesen Angriffen und Diskriminierungen in tiefgründigen Porträts fest.

Aus der Serie »Theater of Life«.

Aus der Serie »Theater of Life«. Foto: Tomasz Lazar

Tomasz Lazar bekam für seine Reportage »Theater of Life« eine lobende Erwähnung und 1.000,– Euro. Sein Langzeitprojekt thematisiert die gesellschaftlichen Veränderungen unter dem zunehmenden Einfluss von Kultur und Technologie.

Aus der Serie »Urban Quilombos«.

Aus der Serie »Urban Quilombos«. Foto: Sebastian Liste

Eine weitere lobende Erwähnung ging an Sebastian Listes Reportage »Urban Quilombos« über Freundschaften, Liebe, Betrug, Konflikte und Einheit in Salvador da Bahia.

Den Lammerhuber Photography Award, der mit einem Preisgeld von 5.000,– Euro dotiert ist, sowie eine lobende Erwähnung in der Kategorie Lumix Multimedia Award erhielt der amerikanische Fotograf Christopher Capozziello. Seine Alltagsgeschichte »The Distance Between Us« zeigt die vergangenen zehn Jahre seines an zerebraler Lähmung erkrankten Zwillingsbruders Nick, den er mit seiner Kamera begleitet hat.

Der bei der Ausübung seiner Arbeit getötete Rémi Ochlik erhält postum den HAZ Publikumspreis, der mit 1.000 Euro dotiert ist. In seiner Fotoreportage »Arab Spring« hielt er den Arabischen Frühling fest.

Der Lumix Multimedia Award und 5.000 Euro für die beste Multimedia-Story gingen an die niederländische Fotografin Ilvy Njiokiktjien für »Afrikaner Blood«. Sie überzeugte mit ihrer Geschichte über eine Gruppe Südafrikaner, die noch immer an die Apartheid glauben, und zeigte, wie der Hass in junge Männer gepflanzt wird.

Eine weitere lobende Erwähnung in der Kategorie Lumix Multimedia Award ging an Maisie Crow für ihre multimediale Arbeit »Half Lives: The Chernobyl Workers Now«. Anhand von sehr emotionalen Interviews wird das Leben der von der ukrainischen Regierung umgesiedelten und vergessenen Opfer des Reaktorunglücks in Tschernobyl dargestellt.

www.fotofestival-hannover.de