World Press Photo 2015

Das »World Press Photo of the Year 2015« stammt von dem freien Fotojournalisten Warren Richardson aus Australien.

Das »World Press Photo of the Year 2015« stammt von dem freien Fotojournalisten Warren Richardson aus Australien. Foto: Warren Richardson

Warren Richardson

Hope for a New Life

Es war wieder einmal harte Arbeit für die Jury des 59. World Press Photo Awards. Seit dem 1. Februar 2016 tagte sie in Amsterdam und wählte aus 82.951 Bildern, eingereicht von 5.775 Fotografen aus 128 Ländern, das »World Press Photo 2015«. Und nicht nur das, insgesamt vergaben sie Preise in acht Kategorien an 41 Fotografen aus 21 Ländern.

Francis Kohn, Fotodirektor der Agence France Press und Vorsitzender der diesjährigen Jury, sagt über das Siegerbild »Schon früh sahen wir uns dieses Foto an und wussten, dass es ein sehr wichtiges war. Es hat gerade durch seine Einfachheit eine solche Macht, gerade auch durch die Symbolik des Stacheldrahts. In dem Foto steckt nahezu alles, um die derzeitige Situation der Flüchtenden zu visualisieren. Ich denke, es ist einerseits ein sehr klassisches Foto und zur gleichen Zeit ist es zeitlos. Es schildert eine aktuelle Situation, aber die Art und Weise, in der dies geschieht, ist im wahrsten Sinne des Wortes klassisch.«

Der australische Fotojournalist Warren Richardson, der zur Zeit in Ungarn arbeitet, fotografierte in der Nacht des 28. August 2015 Geflüchtete an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn. Das prämierte Foto zeigt einen Mann, der ein Baby durch eine noch nicht geschlossene Lücke des zu dem Zeitpunkt gerade errichteten Sicherheitszaunes reicht.

Richardson sagt zu der Situation, in der das Foto entstand: »Ich zeltete mit den Geflüchteten für fünf Tage an der Grenze. Eine Gruppe von etwa 200 Personen war angekommen, und hat sich unter den Bäumen entlang der Zaunlinie bewegt. Ich war für etwa fünf Stunden mit dieser Gruppe unterwegs, es war die ganze Nacht ein Katz und Maus Spiel mit der Polizei. Ich konnte keinen Blitz verwenden, während die Polizei versuchte, uns zu finden, also musste ich alleine mit dem Mondlicht auskommen.«

»Dieses Jahr hatten wir mehr Fotografen und mehr Einträge als jemals in unserem Wettbewerb«, sagt Lars Boering, Managing Director der World Press Photo Foundation. »Wir sehen, dass die Fotografen genauso engagiert sind wie wir, echte, unmanipulierte und faire Bilder der weltweit wichtigsten Ereignisse und Themen zu zeigen. Es gab für diesenWettbewerb einen neuen Verhaltenskodex sowie einen transparenten und strengen Prüfungsprozess. Dadurch wurden mehr Einreichungen überprüft, aber es wurden weniger Probleme als im letzten Jahr gefunden. In 10 Tagen werden wir einen ausführlichen technischen Bericht des Überprüfungsprozesses veröffentlichen und dann öffentliche Gespräch über diese Fragen führen. Heute feiern wir aber erstmal die unglaubliche und wichtige Arbeit aller unserer Preisträger.«

Alle Gewinner des diesjährigen Wettberwerbs unter: www.worldpressphoto.org/collection/photo/2016